Donnerstag, April 19, 2007

Cobra Tram in Zürich

Eigentlich weiss es jeder in Zürich, seit seiner ersten Fahrt mit einer Cobra, dass die Funktionalität dieses wenigstens aesthetisch erfreulichen Trams schöngelobt wurde. Höflich wird bisher jedoch geschwiegen in den Medien, oder ist es auch ein wenig die Scham der geblendeten?

Die grosse Anzahl von einander zugewandten Sitzen ist, zurückhaltend formuliert, eher kein Vergnügen. Erstens hat man keinen Platz für seine Füsse, zweitens stösst man dauernd an fremde Knie und drittens muss man die Besitzer dieser Körperteile auch noch unentwegt anschauen, bzw. ist deren Blicken ausgeliefert. Von den Personen, die nicht gerne rückwärtsfahren, brauchen wir gar nicht zu reden.

Die Sitze sind zu klein, zu schmal, zu tief, zu kurz, bzw. wären gescheiter weniger ergonomisch geformt, dann böten sie unterschiedlich grossen Rücken Komfort. Fast schon grotesk lässt sich das an den beiden erhöhten Sitzbänken im Heck ersitzen.

Bezeichnenderweise sitzen im Gegensatz zum traditionellen Zürcher Tramverhalten die zuerst gekommenen häufig nicht mehr am Fenster, sondern am Gang. Damit ist der Fenstersitz oft nur noch erschwert erreichbar. Zudem hat es neben diesem auch keine Fenstersimse mehr, auf die man seinen Ellenbogen abstützen könnte.

Die Türen sind zu breit für eine, zu schmal für zwei Personen, deshalb versuchen dauernd Leute einzusteigen, wenn noch jemand am Aussteigen ist, mühsam!

Ausserdem ist die Verteilung der Sitze so unsystematisch, dass man nie richtig weiss, wohin denn, ist man einmal eingestiegen. Vor allem ein Problem für die älteren Benutzer, wenn das Tram beschleunigt, sind sie erst recht verloren.

Es wäre interessant, die Meinung der älteren Generation in Erfahrung zu bringen, ob die Neuerungen, die vor allem auch ihnen zugute kommen sollten, tatsächlich den erhofften Gewinn gebracht haben.

Mittwoch, März 14, 2007

Bussen Schikane in Zürich

Es ist schon unglaublich, wie man als Autofahrer in Zürich nach Strich und Faden schikaniert wird. Man kann die Geschichten und Anekdoten gar nicht alle aufzählen.

Ein besonderes Aergernis: die täglich pünktlich ab 8 Uhr morgens wegen Lappalien verteilten Parkbussen in den Quartieren. Sogar die Quartierpolizisten nerven sich darüber.

Sie kommen abends erst um 22 Uhr nach hause, oder vielleicht sogar spät nach Mitternacht, wohlgemerkt, nach der Arbeit, nicht nach einer Party? - Es gibt keinen Parkplatz mehr und sie benützen deshalb einen völlig problemlosen freien "Slot" am Strassenrand. Aber wenn sie nach ultrakurzer Nacht nicht umparkieren zwischen 7 und 8 Uhr morgens, klebt spätestens um 8.30 Uhr eine Busse hinter dem Scheibenwischer.

Sie kriegen Besuch von einer Mutter mit zwei kleinen Kindern, unmöglich für sie, dies mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu tun - zack, nach pünktlichen zweieinhalb Stunden kostet der Parkplatz 40.- sFr., wenn sie Glück hat. Wenn sie Pech hat und 2 Meter daneben parkiert hat, wo aus unerfindlichen Gründen irgendein spezielles Verbot lauert, kann der Preis leicht über 200.- sFr. steigen.

Sie parkieren bei Schnee - wenn sie nicht in Kälte und Dunkelheit am Boden rumschaben, bis sie die Linien sehen um korrekt zu parkieren, dann gibt es spätestens nach 2 Tagen eine Rechnung.

Sie sind eine Woche in den Ferien, haben - meinen sie - korrekt parkiert, nochmals kontrolliert, ob ja kein Rad über den blauen Strich ragt, kommen zurück: zack, drei Bussen gleichzeitig, schon fast für jeden Tag eine, und eine teurer als die andere. Die Postleitzahl auf der Parkkarte stimmt nicht, obwohl die Strasse sich 150 m von ihrer Wohnung entfernt befindet. Der Gipfel ist, dass die, die dort parkieren dürfen, dies jedoch auch bei ihnen vor dem Haus noch tun dürfen. Pech gehabt.

Gelegentlich gibt es diese Bussen sogar in der Nacht von Sonntag auf Montag, um 2 oder 3 Uhr. Das grenzt an Fanatismus. Und es geht nun seit Jahren so, Tendenz zunehmend.

Das Problem ist nicht, dass irgendeine dieser Bussen technisch inkorrekt wäre. Sondern das Problem ist, dass hier unter dem Deckmantel der Anwendung bestehender Gesetze, die eigentlich zu unserem Schutz gedacht wären, ein Missbrauch betrieben wird. Der Missbrauch besteht darin, dass die Stadt sich damit ihre Kassen füllt. Es geht nicht um Sicherheit oder Ordnung sondern ums Geldmachen. Diese Praxis dient nicht mehr dem Schutz der Anwohner, sondern sie bestraft diese täglich dafür, dass sie hier leben. Als Bürger hat man zunehmend den Eindruck: da will uns jemand plagen.

Wo kann man sich beschweren? - Nirgends. Einfach Zahlen und den Mund halten.

Nur die flotten Velos, die einen täglich am Paradeplatz auf dem Trottoir über den Haufen zu fahren versuchen, die kostet's nix.

Sonntag, Februar 25, 2007

Umwelthysterie und Glühbirnen

Unsachliche Informationen zur Klimaentwicklung und deren Ursache - und schon fängt es an, die ersten Leute verlieren ihre Urteilsfähigkeit.

In Australien will offenbar ein Umweltminister den Gebrauch von Glühbirnen verbieten. Und scheint's spricht auch ein hoher deutscher Politiker davon.

So ein Unsinn! Leuchtstofflampen haben ganz andere Eigenschaften als Glühlampen, sie lassen sich z.B. viel schlechter als Spot einsetzen, ihr Licht weist auch andere Eigenschaften auf. Ausserdem enthalten sie Quecksilber und Edelgase, oft fest verbunden mit einem Starter. Was wissen wir schon über die Entsorgungsproblematik, die entsteht, wenn wir auf einmal flächendeckend solche viel komplexeren Leuchtkörper verwenden.

Wie gross ist die Strommenge, die so gespart werden kann? Whs. vernachlässigbar klein, verglichen mit anderen Energieverbrauchern. Müssen wir einmal mehr durchexerzieren, dass Planwirtschaft dem Markt in solchen Dingen prinzipiell unterlegen ist und zu Absurditäten führt?

Freitag, Februar 23, 2007

Iran brüskiert Uno-Sicherheitsrat

Wie hier schon früher festgehalten, steuert der Mittlere Osten unverändert auf eine weitere Konfrontation zu, die für die Welt wahrscheinlich gefährlichste seit der Kubakrise.

Der Iran begeht eine verständliche aber umso gefährlichere Fehleinschätzung. Im Gegensatz zu Nordkorea geht es ihm sicher nicht nur um einen Verhandlungspoker. Die Iraner halten die USA in der verbleibenden Zeit der Regierung Bush, wie auch einer möglicherweise folgenden demokratischen Regierung, irrtümlicherweise für zu schwach, als dass sie etwas gegen die Entwicklung von Atomwaffen im Iran unternehmen könnten.

Die entscheidende Fehlkalkulation liegt in der Unterschätzung des Mobilisationspotentials das aus einer vitalen Bedrohung Israels erfolgen wird. Dies wird, leider ist es absehbar, zu einer lokalen Eskalation führen. Variante a) die Liquidation eines ranghohen Iranischen Politikers. Variante b) die Bombardierung iranischer Ziele durch Israel. Variante c) die Bombardierung iranischer Ziele durch die USA. Diplomatie und Sanktionen sind nur Pausenfüller. Read your Lips!

Mittwoch, Februar 14, 2007

Brüssel und die Steuern in der Schweiz

"Brüssel" ist der bürokratische Wasserkopf der EU, ohne sprudelnde Steuergelder würde er implodieren. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Grossteil der Brüsseler Funktionäre für das freiheitliche Schweizer Modell - tiefe Steuern, kleine Verwaltungen - kein Verständnis hat. Sie würden sich damit selbst die Sauerstoffversorgung zudrehen.

Für einmal geht es um Grundsätzliches. Deshalb ist unser Land zwar mitten in Europa aber nicht EU-Mitglied: in der Schweiz liegt die Souveränität nicht in den Händen der Regierenden und schon gar nicht einer Verwaltung sondern in denen der Bevölkerung!

Montag, Februar 12, 2007

Klimaerwärmung: Szenarien und Fragezeichen

Das Klima der Welt hat sich verändert, die Temperaturen sind gestiegen. Diese Temperaturveränderung sei menschgemacht, inbsesondere durch CO2-Produktion, und ein weiterer Anstieg sei unvermeidlich. Darauf aufbauend präsentieren die Medien - mangels anderer Negativmeldungen - in dichter Folge mögliche Katastrophenszenarien.

Nach der Lektüre des neusten Klimaberichtes des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) (http://www.ipcc.ch/) stellen sich zahlreiche kritische Fragen, hier exemplarisch drei davon:

- Wir wissen alle, dass die Zuverlässigkeit lokaler Wetterprognosen im Durchschnitt nach 5 Tagen massiv nachlässt. Wieso soll das bei Prognosen zum Weltklima anders sein? Natürlich ist diese Frage zu simpel gestellt. Schliesslich lässt sich ja auch voraussagen, dass in einem Jahr wieder Winter sein wird, es gibt also offensichtlich die Möglichkeit längerfristiger Prognosen. Der grundsätzliche Einwand jedoch bleibt: handelt es sich beim Klima nicht um ein System, das aufgrund seiner Komplexität auch heute noch Vorhersagen nur mit starkem Vorbehalt zulässt?

- Es wird ein Anstieg des Meeresspiegels zwischen 13-58 cm prognostiziert. Waren die Weltmeere schon einmal um diesen Betrag höher? Berücksichtigen die Modelle folgende Fragen: Könnte der Druck der Wassermengen, um den die Landflächen in Zukunft weniger und der Meeresboden mehr belastet werden, könnte dieser Druck den Meeresboden an Stellen einbrechen oder absinken lassen, bzw. das dann leichtere Land höher schwimmen lassen, so dass per Saldo der Meeresspiegel nicht ansteigen, sondern gleich hoch bleiben oder sogar absinken würde? Würden solche Gewichtsverschiebungen zu mehr Erdbeben oder sogar beschleunigten Verschiebungen der Kontinentalplatten führen? Die Kontinente bzw. die Erdkruste 'schwimmen' ja ihrerseits auf dem Erdkern. Wurden solche Ueberlegungen angestellt? Wenn ja, wieso hören wir nichts davon? Wenn nein, wie können wir denn die präsentierten Modelle ernst nehmen?

- Berücksichtigen die Modelle, dass steigende Temperaturen whs. zu einer höheren Luftfeuchtigkeit bzw. dichteren Wolkendecke führen werden, welche die Strahlung der Sonne und damit weitere Erderwärmung vielleicht massiv abschwächen werden? Welcher Effekt wird stärker sein? Gemäss unserer Lektüre des IPCC Berichtes sind über den Einfluss der Aerosole jedoch wenig wissenschaftliche Erkenntnisse bekannt.

Hört man Wissenschaftlern zu, so äussern diese vereinzelt schon Ueberlegungen wie, man könnte oder sollte das Klima durch planetare Massnahmen künstlich beeinflussen – Vor solch massloser Hysterie und Selbstüberschätzung graut uns. Es war noch nie gut, wenn Fachidioten das Steuer übernommen haben. Wir bitten um ein wenig mehr Besonnenheit!

Freitag, Januar 19, 2007

Die neue Eile der Regierung Bush

Es fällt auf, wie sich die Amerikanische Regierung auf einmal um eine Lösung der Palästinafrage bemüht! Welches sind die Gründe dazu?

Erstens: Letztmals schien dies am Ende der Amtszeit Präsident Clintons möglich zu werden. Nun nähert sich das Ende der Amtszeit Präsident Bushs. Dieser hat mit den letzten Kongresswahlen einen Teil seiner Macht eingebüsst. Er kann seine Vorstellungen, wie der Irak zu befrieden sei, nicht mehr realisieren und wird bald dazu gezwungen sein, einen Fahrplan für den Abzug eines Grossteils der amerikanischen Truppen festzulegen. Geschieht das noch während seiner Amtszeit, worauf die Demokraten drängen werden, so wird er in der Geschichte als Verlierer in Erinnerung bleiben. Die beste Möglichkeit, doch noch zu einer erfolgreichen aussenpolitischen Bilanz zu kommen, wäre eine Lösung der Palästinafrage.

Zweitens: es droht eine Auseinandersetzung mit dem Iran, der nach dem Zerfall des Iraks übriggebliebenen lokalen Ordnungsmacht. Deren Atomprogramm bedroht die Existenz Israels. Ein militärisches Vorgehen ist riskant und wäre eher möglich, wenn von der ganzen Region unterstützt. Diese Unterstützung gibt es nur, wenn der ungelöste israelisch-palästinensische Konflikt und damit das Alibi für den arabischen Entwicklungsrückstand wegfällt und man sich unter Muslimen der lebensbejahenden Kapitel des Korans besinnt. Das Damoklesschwert der Bombe wird Israel zu grosszügigen Konzessionen bewegen. Ein gelöster Konflikt in Palästina wird den Iran einer wichtigen Legitimation für seine Aufrüstung berauben. Allerdings ist nach wie vor zu befürchten, dass das worst-case Szenario einer unverändert anhaltenden iranischen Rhetorik der Vernichtung ein lokaler Atomkrieg mit Zerstörung iranischer Regionen, längerfristig aber auch von Israel ist, und was dann geschieht, weiss niemand.

Samstag, Juli 15, 2006

Gaza - Libanon - Iran

Israel führt Krieg, halbherzig gegen die Hamas, die Regierungspartei in Gaza und richtig gegen den im Süden Libanons sitzenden Hizbollah, der mit seiner Regierung Katz und Maus spielt.

Es wäre zu hoffen, dass der Iran gut zuschaut, die richtigen Schlüsse zieht und seine israelfeindliche Rhetorik grundsätzlich anpasst.

Da dies jedoch in Anbetracht der Politik der letzten 50 Jahre der Staaten im Nahen Osten kaum von alleine der Fall sein wird, ist mit einem militärischen Vorgehen Israels auch gegen den Iran zu rechnen. Wie hier schon früher ausgeführt, ist dies eine blosse Frage der Zeit. Es fehlt nur noch der passende Anlass, wenn er nicht schon da ist.

Den Europäern bleibt zu raten, sich möglichst rasch mit den USA, Russland und China auf ein gemeinsames Vorgehen zu einigen, sonst werden wir bald Benzinpreise erleben, die alles bisherige in den Schatten stellen.

Israel ist momentan wahrscheinlich beratungsresistent. Dort scheinen die Militärs seit einiger Zeit das Steuer wieder übernommen zu haben. Die USA werden den Druck auf Syrien massiv erhöhen. Aegypten, Saudi-Arabien und Libyen werden dabei sekundieren.

Möglicherweise ist das ganze jetzt schon ein Stellvertreterkrieg zwischen Israel und Iran.

Mittwoch, Juli 12, 2006

Freiheit

Fussball-WM Final 2006: Zinedine Zidane, ein Spieler Frankreichs, rammt im Affekt kurz vor Spielende vor dem fassungslosen Publikum seinen Schädel in die Brust von Materazzi, einem Italiener.

Im Stadion befinden sich Bill Clinton und zahlreiche höchste Vertreter europäischer Regierungen. Milliarden schauen am TV zu.

Viele fragen sich nun, was der eine wohl da dem anderen gesagt hat, dass dieser so die Fassung verliert und von Zizou zu Z wird, Z wie Zorro, der Rächer.

Faszinierend, dass es offensichtlich auch unter den Augen der ganzen Welt und der westlichen Geheimdienste möglich ist, ein vertrauliches Gespräch unter vier Augen zu führen.

Ist nun ZZ hilfloser Exekutor einer primitiven Regung, gefangen in überholten Vorstellungen von Ehre und Rache - oder sind wir Zeugen eines symbolischen Momentes geworden?

Niemand da, der die beiden hindern könnte: ein privates Gespräch, ein autonomer Entscheid - Freiheit! (mit allen Konsequenzen)

Freitag, Mai 12, 2006

Al Baradei - IAEA - Iran

Der Leiter der IAEA, der International Atomic Energy Agency, gibt sich am 12.5.06 optimistisch hinsichtlich der weiteren Entwicklung im Iran.

Es ist unglaublich, wie sich gewisse Leute einseifen lassen. In viel dickeren Lettern kann man "naiv" nicht mehr auf eine Stirne schreiben.

Dienstag, Mai 09, 2006

Atommacht Iran

Der Iran spielt nach 'bewährter' nahöstlicher Art und Weise auf der Klaviatur der internationalen Wahrnehmung Katz und Maus. Dabei sind zwei Dinge klar: 1. Iran strebt den Status einer Atommacht an und hat nicht das geringste Interesse an einem Kompromiss in dieser Frage. Was da in regelmässigen Abständen an angekündigten Konzessionen und Briefen und Beinahverhandlungserfolgen durch die Medien geistert, ist ein Witz. 2. Israel wird das nie tolerieren, weil es sonst bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit zum letzten Holocaust (Brandopfer) kommt.

Was heisst das für die weitere Entwicklung?

Solange der jetzige Präsident an der Macht ist, nützt Diplomatie ohne militärische Gewalt: Nichts. Wer etwas anderes glaubt, hat in den letzten 20 Jahren nicht richtig hingeschaut im Nahen Osten. Auch Sanktionen, die früher oder später wohl zu erwarten sind, bringen ohne militärische Gewalt: Nichts. Leider!

Es bieten sich drei Optionen aus dem Vokabular der Gewalt an: 1. Ein westlicher Geheimdienst liquidiert Ahmadinejad. 2. Amerikanische Bombardierungen von Zielen im Iran. 3. Eine - aufgrund der Geographie des Landes zwar schwierige aber doch mögliche (siehe Afghanistan) - Invasion.

Sie denken, das sind Hirngespinste?! Wir sagen: Optionen 1 oder 2 sind bloss eine Frage der Zeit. Die USA werden doch nicht den Irak wegen vermeintlicher Massenvernichtungswaffen angreifen und dann solche im Iran zulassen, ihrem Erzfeind, der Israel explizit in Frage stellt.

Donnerstag, Mai 04, 2006

Religion Fussball

Champions League, Meisterschaft, EM, WM. Ihnen gemeinsam ist: ihre Funktion als Reinkarnationsmodell.

Die Nähe zu (christlichen) religiösen Symbolen ist frappant: es geht um das Gute und Böse (Heimteam vs. Gegner), hohe und höchste Feiertage (Final), regelmässige Versammlungen der Gemeinde (Masse im Stadion), Anbetung (Welle), Liturgie (Aufmarsch der Spieler), Jünger (Fans), ein öffentliches Bekenntnis (Tragen von Clubfarben), sakrale Musik (Hymnen), Speisungswunder (Bier, Bratwurst), um Opfer (Gesundheit), Schuld und Strafe (Foul, Rote Karte), Priester und Schriftgelehrte (Spieler, Trainer), ein unfehlbares Gericht (Schiedsrichter), einen Kelch (Pokal), etc.

Alt-Bundesrat Adolf Ogi meint folgerichtig: Sport stiftet gegenseitiges Verständnis und trägt zum Frieden der Völker bei. Eine Aufgabe wahrer Religion.

Im Gegensatz zur biblischen Sicht der Dinge beginnt die Champions League jede Saison neu: das ist Reinkarnation. 'Eine hab' ich noch', eine nächste Chance. Wer im letzten Leben unten war, kommt jetzt vielleicht ganz nach oben.

Gibt es auch für das Konzept der Gnade eine Entsprechung im Fussball? Z.B. den Ball ins Aus Spielen wenn ein Gegner am Boden liegt? Matthäus 5,44: "Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen." - Wir warten gespannt auf die WM.

Montag, Mai 01, 2006

Politik: Links oder Rechts?

Die entscheidende politische Richtungsfrage ist nicht links oder rechts, konservativ oder progressiv.

Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Frage: Entscheiden wir uns im Zweifelsfall zugunsten des Kollektivs oder des Individuums? Was zählt mehr, das Recht des Einzelnen oder das der Gruppe?!

Dieser Gegensatz lässt die unterschiedlichen Positionen von Politikern verschiedener Parteien viel besser vorhersagen als das Links-Rechts-Schema.

Sonntag, April 30, 2006

Karikaturen von Mohammed

Durch die Publikation von Karikaturen von Mohammed und Allah durch eine dänische Zeitung Ende 2005 fühlten sich weite Kreise im Islam in ihren religiösen Gefühlen verletzt und es kam Ende 2005 und Anfang 2006 zu zahlreichen z.T. gewaltsamen Demonstrationen gegen den Westen in verschiedensten Städten der islamischen Welt. Dänische Botschaften wurden angegriffen und Morddrohungen gegen westliche Autoren ausgestossen.

In den europäischen Printmedien wurde darauf intensiv diskutiert, ob diese Karikaturen aus Solidarität nachgedruckt werden sollten. Wenige taten es, die meisten entschieden sich gegen eine Publikation. Interessant war in der Folge, zu sehen, wie schwer sich die Redaktionen taten, ihren Entscheid zu rechtfertigen.

Die Begründung lautete oft: wir sind zwar für die freie Meinungsäusserung, gerade auch in religiösen Fragen, doch wir wollen die religiösen Gefühle der islamischen Gläubigen nicht weiter verletzen, zumal es sich bei den Karikaturen mehrheitlich um, von einem rein handwerklich gesehenen Standpunkt, qualitativ schlechte Werke handelte.

Hier wurde eine (intuitiv?) richtige Entscheidung mangelhaft, ablenkend oder unzutreffend begründet. Die korrekte Erklärung müsste doch so lauten: Unmittelbar nach der Erstpublikation der Karikaturen gab es, bei vorhandenem Publikumsinteresse, keinen, aber auch gar keinen Grund, diese nicht nachzudrucken, jedenfalls soweit man dem sonst vorherrschenden Selbstverständnis der Medien insbesondere deren Verständnis von Pressefreiheit folgt. Nachdem jedoch der Konflikt wie bekannt eskaliert war, hätte jeder Nachdruck sich in den Dienst der Agitatoren gestellt, die diese Karikaturen instrumentalisiert hatten. Offensichtlich hätte man islamistischen Scharfmachern in die Hände gespielt. Mit religiösen Gefühlen hat dies nur am Rande zu tun, nämlich insofern diese missbraucht wurden, um politische Interessen zu verwirklichen.

Der eigentliche Grund, der gegen einen Nachruck sprach (und eine Zeitlang noch sprechen wird), war die damit einhergehende Instrumentalisierung durch politisch-religiöse Aktivisten, die es zu vermeiden galt.

Dies ist ein gutes Beispiel für die kontextgebundene Funktion von Wahrheit. Es gibt Momente, in denen die Wahrheit gesagt werden muss - und andere, in denen sie gerade nicht gesagt werden darf!

Vielleicht ist dieser Grund in dieser Deutlichkeit nirgends erwähnt worden, weil es naheliegend wäre, die Frage der Instrumentalisierung auch auf andere Gebiete anzuwenden. Würden z.B. nicht weniger Entführungen stattfinden, wenn der Westen die Berichterstattung darüber konsequent einschränkte?

Mittwoch, April 12, 2006

Berlusconi oder Prodi?

Die Wahlen in Italien scheinen denkbar knapp ausgegangen zu sein, mit einer Differenz von 25'000 Stimmen. Eine Nachzählung von 80'000 vorerst für ungültig erklärten Stimmen wird vorgenommen. Das erinnert uns an die Wahlen in den USA, wo G.W. Bush schliesslich durch die Gerichte zum Wahlsieger über Al Gore ernannt werden musste.

Eigentlich doch erstaunlich, bei so vielen Millionen Wählenden am Schluss einen Unterschied von bloss wenigen Tausenden von Stimmen vorzufinden! Wie sind diese knappen Ergebnisse zu interpretieren?

Könnte es sein, dass in dem Masse, wie Wahlen mit einem Ergebnis von 98 oder 99% für einen Kandidaten im Allgemeinen als Ausdruck einer Wahlfälschung verstanden werden, andersherum Wahlen mit einem Resultat von 50 zu 50% Ausdruck einer blossen statistischen Streuung, von Beliebigkeit sind? Das würde heissen, die Wähler haben zufällig den einen oder den anderen Namen angekreuzt. Es ist ihnen grundsätzlich egal wer gewählt wird

Ist eine solche Indifferenz möglich? Weshalb wohl? Geht es den Leuten zu gut? Ist es unmöglich geworden, die Politiker oder ihre Programme voneinander zu unterscheiden? Bieten die Werbebotschaften und Wahlkampfauftritte nur noch den Boden für ein beliebiges Nicken?

Mittwoch, März 15, 2006

Der Flughafen als Konsumtempel

Der Flughafen als Konsumtempel, und Zuerich Kloten habe seine Hausaufgaben gemacht? (Artikel im Tagesanzeiger vom 15.3.2006) Dass ich nicht lache!

Einkaufen? Wer will dort einkaufen gehen? Wer will schon kilometerlange Umwege über Schicki-Micki-Marmor, überteuerten 'Duty-free'-Ramsch und gähnend leere Transithallen? Günstig und pünktlich Fliegen will der Kunde!

Es ist total bemühend, wie weltweit die Flughafentaxen ins Unermessliche steigen. Muss ich bei einem Flug ab Zürich einmal umsteigen in Europa, z.B. London, Paris oder Amsterdam, so kostet ein günstiger USA-Flug momentan 350.- plus nochmals 300.- Taxen dazu, das ist doch frech!

Mich würde interessieren, wie gross die Verluste der Airlines und Flughafenbetreiber sind, die auf die unglaublich hohen Umsteigegebühren zurückzuführen sind. Und wer diese unsinnigen Strategien entwickelt hat und wie lange es noch dauert, bis die Strategen Einsicht haben.

A.T. Kearney heisst diese Beratungsfirma? Ich würde denen keinen Rappen zahlen, in 10 Jahren gibt's die nicht mehr. Eine vernünftige Strategie umfasste doch folgende Dinge: Pünktlichkeit! Pünktlichkeit! Pünktlichkeit! Möglichst viele Verbindungen. Möglichst viele Billiglinien, z.B. Easy Jet in Zürich! Kurze Umsteigewege und -zeiten. Rascher Check-In, auch noch kurz vor Abflug. Keine Warteschlangen vor Sicherheitskontrollen und Schluss mit Schuhe ausziehen und im Handgepäck rumwühlen und so, man muss sich da doch mal was einfallen lassen. Verständliche Informationen. Problemloses Buchen sämtlicher Flüge per Internet. Günstige Langzeitparkplätze. Gute Anbindung an öffentlichen Verkehr. Und: Ausgesucht freundliches und kompetentes Personal (in Zürich noch das beste von dieser Liste, zusammen mit Anbindung an OeV). - Aber doch nicht so eine läppische Konsumstrategie!

Aber am Ende der Geschichte steht ja dann leider nicht der Konkurs als gerechte Strafe sondern die Deckungsgarantie durch den Staat und die Steuerzahler! Und ein paar Berater haben sich wieder eine goldene Nase verdient.

Samstag, Januar 14, 2006

50'000 Tote in Haiti?

Nur 24h nach den üblichen läppisch hohen ersten Opferzahlen der versammelten Medienmeute spricht das Rote Kreuz von 50'000 möglichen Toten. Nicht von 100'000.

Wir haben's hier ja gesagt. Für so etwas braucht es nicht viel Hirn. Die Zahl wird aller Erfahrung nach noch weiter sinken.

Anstatt wie der stellvertretende Leiter des Blick am Abend in seiner Printausgabe dümmlich auf der Einsatzleitung der DEZA (Toni Frisch) herumzuhacken, wieso die Schweizer "als einzige" noch kein Hilfslieferung geschickt hätten, würde man gescheiter ernsthaft die Hintergründe eines solchen Vorgehens ausleuchten; die online-Ausgabe heute 14.1. tut das da schon vernünftiger.

Ansonsten werden sich die die grossen Zeitungen weiter in die Bedeutungslosigkeit schreiben.

Freitag, Januar 13, 2006

100'000 Tote in Haiti?

Die Erfahrung mit Katastrophen in den letzten Jahren zeigt: solche Opferzahlen, geäussert in den ersten Stunden nach einem Ereignis (heute, 13.1.10, 24h nach dem Beben in Haiti), erweisen sich bei nüchterner Betrachtung in der Rückschau praktisch immer als zu hoch.

Es wäre die Aufgabe unserer Medien, hier nicht den Stimmen zu folgen, die am lautesten schreien, sondern, so gut das bei einer Katastrophe geht, von Anfang an einen distanzierten und sachbezogenen Standpunkt einzunehmen.

Bei allem Unglück eines solchen Erdbebens, und unter Ausdruck unseres Mitgefühls für die Opfer, wir wagen es, hier die Interessen einer an sachlicher Information vital interessierten Leserschaft zu vertreten: die Opferzahl wird sicher unter 100'000 liegen.

Die Bekanntgabe von sich überbietenden Opferzahlen nützt nämlich den Opfern keineswegs. Sondern sie stumpfen die mit Katastrophenmeldungen gesättigten potentiellen Helfer im Ausland gegen wahre Not ab und schaden letztlich den Hilflosen dieser Erde. Eine Verantwortung, die die Medien sicher wie üblich wortreich abzuwehren wissen - dennoch wird sie von ihnen getragen, und oft nicht wahrgenommen.

Readyourlips.

Sonntag, Dezember 11, 2005

Kollegialität im Bundesrat

Es wird beklagt, dass das Kollegialitätsprinzip im Bundesrat kurz vor dem Ende stehe. Fast im Wochenrhythmus erscheinen in den Medien Berichte aus vertraulichen Sitzungen, die den Anschein eines zerrütteten Kollegiums vermitteln.

Zahlreiche Stimmen sehen im Eintritt von Bundesrat Chrisoph Blocher in die Landesregierung und seinem 'stillosen' Verhalten den Grund für einen vielbeschworenen Zerfall der politischen Kultur auf höchster Ebene.

Abgesehen davon, dass es sich hier möglicherweise um Wunschdenken von Leuten mit einer politischen Agenda handelt, könnte es nicht auch sein, dass die beklagen Schwierigkeiten Symptom einer ganz anderen Ursache sind?

Dass nämlich seit Jahrzehnten erklärtermassen nicht die besten sondern bevorzugt durchschnittliche Politiker in die Exekutive gewählt wurden. Nun, da sich ein politisches Schwergewicht in den Bundesrat 'verirrt' hat, rächt sich diese Strategie der Pflege des Mittelmasses.

Vielleicht ist nicht Blocher der falsche Mann sondern es werden einfach die Limiten der anderen schonungslos offengelegt. Nehmen wir nur das Beispiel der letzten Wahl, wo mit Bundesrat Merz sicher der schwächste der drei von der FDP vorgestellten Kandidaten gewählt wurde. Noch stärkere Persönlichkeiten waren bereits in der FDP-internen Entscheidung auf der Strecke geblieben.

Bei der nächsten Wahl wäre doch eigentlich zu wünschen, dass es auch anderen Parteien gelingen mag, starke und fähige Köpfe in den Bundesrat zu hieven. Wenn diese dann, auf der Grundlage von Kompetenz und Ausstrahlung, Bundesrat Blocher in den Sitzungen die fällige Paroli bieten können, werden die Wehklagen rasch verstummen.

Freitag, Oktober 21, 2005

Vogelgrippe

Nach mehreren Wochen Aufenthalt weit weg komme ich zurück in die Schweiz und stelle erstaunt fest, dass Tag und Nacht über die Gefahren einer uns angeblich kurz bevorstehenden Pandemie, der Vogelgrippe, diskutiert wird.

Da kann ich nur sagen: ist ja beruhigend, scheint nichts Wesentliches los zu sein hier.

Mittwoch, August 03, 2005

Air France

Breaking News auf CNN: In Toronto ist ein Airbus A 340 der Air France über die Piste gerollt und ausgebrannt. Nach kurzem Suchen im Internet finden sich die mit Abstand ausführlichsten Informationen in einem WIKI. Auf der Homepage von Air France Frankreich oder den USA hingegen: Nichts. Kein Wort von dem Vorfall. Entweder aus Trägheit oder dann aus Angst vor juristischen Reaktionen? Auf jeden Fall erstaunlich. Firmen werden sich vielleicht in Zukunft für solche Fälle etwas überlegen müssen.

Dienstag, August 02, 2005

Wahlen in Deutschland

Wird es Angela Merkel im Herbst 2005 schaffen?

Ist die Physikerin Merkel ein Leader? Leider nicht. Angi hat kein Charisma. Das spricht gegen sie, denn Schröder hat viel davon. Die Leute wählen kein Programm sondern eine Person. Und wenn die Leute ein Programm wählen, werden sie merken, dass die von Schröder verordneten Reformen ihre Pfründe weniger bedrohen als alles, was von der Opposition zu erwarten sein wird. Links von Schröder gibt es eine zusätzliche Option. Das zieht Stimmen ab. Eine linke Koalition wäre möglich. Das einzige, was für eine Wahl von rechts spricht, ist die Hoffnung auf die Vernunft der Wähler.

Vielleicht werden wir noch staunen.

Samstag, Juli 30, 2005

Utopie - Utoquai

Zürcher Badi Utoquai im Abendlicht.

Donnerstag, Juli 28, 2005

Personenfreizügigkeit

Da gibt es diese sogenannten flankierenden Massnahmen, um das sogenannte Lohndumping zu verhindern. Eine kuriose Sache. Denn man macht den schweizerischen Arbeitsmarkt so nur noch attraktiver für ausländische Arbeitssuchende, als er ohnehin schon ist. Garantierte Mindestlöhne auf unserem Niveau - der Besucher aus dem Osten wird sich im Schlaraffenland wähnen. Ob das tatsächlich Druck von unserem Arbeitsmarkt nimmt?

Dienstag, Juli 26, 2005

War am Freitag 22.7.05 in London so heisses Wetter?

"Der Tod von mutmasslichen Kriminellen müsse in Kauf genommen werden." So zitiert die NZZ online (25.7.05, 20.42) die Londoner Polizei.

Ich denke, wir werden nicht mehr viel Gelegenheit haben, weitere unbedarfte Statements dieser Art zu hören, da wird in Kürze ein Maulkorb von ganz oben kommen. Denn das ist eine ganz üble Rechtfertigung des geschehenen Zwischenfalls.

Die Frage ist doch nicht, was mit mutmasslichen Kriminellen geschieht, sondern die Frage ist, was einen in den Augen der Polizei zum mutmasslichen Kriminellen macht. Offensichtlich reicht es, bei warmem Wetter in einer Daunenjacke vor Polizisten in zivil - notabene also wohl kaum als solche erkennbar - zu flüchten.

Hat sich die Schweiz nicht eben kürzlich einen Schritt in Richtung dieses Rechtsraumes ("Schengen") bewegt? Da wird mir aber Angst und Bange.

The question here is not how to deal with a suspect, the question is what makes you a suspect!

Sonntag, Juli 24, 2005

Riesenradhalde Bellevue Zürich

Steht nun dieses läppische Riesenrad wieder den ganzen Sommer lang auf der Sechse-Läuten-Wiese herum, um einsam und verlassen vor sich hin zu drehen? Wie ist das möglich ohne Baubewilligung? Ein Aergernis! Die einäugige Fratze der Chilbi vor dem Opernhaus, man hört das glucksende Gelächter aus den linken Ratsstuben.

Samstag, Juli 23, 2005

Bomben in Sharm: was Sorge macht...

Jeder, der Aegypten schon nur ein klein wenig abseits der üblichen Touristenpfade bereist hat, weiss, dass es in diesem Land unmöglich ist, irgendwo in der Oeffentlichkeit auch nur länger als eine halbe Minute alleine zu sein. Immer ist da jemand. Auch nachts, auch in der entlegensten Seitenstrasse, am Nil oder in der Wüste, überall hat es neugierige Augen und Ohren.

Ein Anschlag wie jetzt in Sharm El Sheik oder wie letztes Jahr in Taba oder wie früher in Luxor kann in diesem Land nicht durchgeführt werden, ohne dass dies zahlreiche Leute im Vorfeld mitbekommen. Ausserdem ist Sharm El Sheik so von Sicherheitskräften infiltriert, dass ich es mir nicht anders vorstellen kann, als dass gewisse Teile der Polizei oder der Behörden mit den Attentätern unter einer Decke stecken oder ihr Vorgehen mindestens billigen. Wer will da Mubarak destabilisieren?

Bomben in London: was Sorge macht...

Wie rasch in England Gesetze geändert wurden, so dass die Polizei nun offensichtlich einen unbeteiligten, wehrlosen Flüchtenden zu Boden werfen darf, um ihn dann mit gezielten Kopfschüssen zu exekutieren, auf den blossen Verdacht hin, er trage eine Bombe auf sich - so verlautet es mindestens in den Nachrichten von heute. Wollen das die Engländer wirklich so? Darf ich nie mehr mit einem kleinen Rucksack in eine U-Bahn in London steigen?

Sonntag, Mai 29, 2005

Non!

Non au centralisme!

Donnerstag, Mai 12, 2005

Analphabetismus

Es geistert durch die Medien: eine weitere Studie die "objektiv" festhält, wer wie gut lesen und rechnen kann.

Dazu drei Gedanken: Erstens einmal ist es schon erstaunlich, wie kritiklos zahlreiche seriöse Medien die Ergebnisse dieser Studien kolportieren. Gibt es denn in diesen Redaktionen niemanden, der weiss, auf wie vielen wackeligen Beinen solche Untersuchungen stehen? Haben die keine wissenschaftlich gebildeten Leute in ihren Schreibstuben? Ich denke da vor allem an die Landesvergleiche, bei denen der stossende Unsinn am offensichtlichsten ist. Die Durchschnittsbevölkerung der Bermudas oder von Kanada sollen besser lesen können als die Schweizer? Ha ha, jeder der einmal eine Reise gemacht hat, weiss, was daran stimmt und was nicht.

Zweitens: Es gruselt einem, wenn man die Politikerkommentare hört. Offensichtlich ist auch bei ihnen bezüglich Umgang mit wissenschaftlichen Studien von einer gewissen 'Leseschwäche' auszugehen.

Drittens: Wenn tatsächlich 20% der erwachsenen Bevölkerung nicht in der Lage sind, einfache Texte zu lesen, gibt es dann bald ein Gerichtsurteil, das einen bloss schriftlichen Vertragsabschluss für null und nichtig erklärt, sofern nicht nachgewiesen werden kann, dass der Vertrag vorgelesen wurde?

Stellen Sie sich bsp.weise den Verkauf von Mobiltelephonen vor. Man könnte argumentieren, dass heutzutage hinlänglich bekannt sei, dass ein Teil der Leute die ihnen vorgelegten Verträge nicht verständen. Nun gut, vielleicht gilt der Einwand: wer nicht lesen kann, muss verlangen, dass ihm alles vorgelesen wird, sonst ist er selber Schuld. Was aber, wenn das Verkaufspersonal auch nicht lesen kann...?

Dienstag, April 12, 2005

Junk Bond Nestlé?

Der CEO von Nestlé, Peter Brabeck, droht seinen Aktionären offensichtlich mit Rücktritt für den Fall, dass sie ihn nicht nach seinen Vorstellungen auch als Vorsitzenden des Verwaltungsrates bestätigen. Das ist ein Affront, denn es findet hier eine Umkehrung der Verhältnisse statt. Rechtmässiger Besitzer von Nestlé und damit befugt, die Bedingungen zu diktieren, ist nicht Brabeck, sondern sind die Aktionäre.

Nun, wie kommt Herr Brabeck zu seiner Auffassung? Es lassen sich verschiedene Spekulationen anstellen:

Herr Brabeck geht davon aus, dass er aus Sicht der Aktionäre zur Zeit unersetzbar ist. Ist das auch seine Sicht? Heisst das, dass er keinen Nachfolger aufgebaut hat? Hat er tatsächlich diesen bei unreflektiertem Ausleben des Machtinstinktes häufigen Fehler begangen?

Was denkt Herr Brabeck über seine Aktionäre? Allzu viel ‚Leadership’ scheint er ihnen nicht zuzutrauen. Kann man mit Pensionskassen umspringen wie man will? Es zeigt sich je länger desto mehr: die erzwungene Anhäufung von Geld, das irgendwelche Angestellte nach ihrem Gutdünken anzulegen und zu mehren suchen, ist ein Unding. Vermögenswerte gehören in die Hände ihrer Besitzer, nicht in die Hände von Verwaltern, sonst droht Verlust.

Welche Rolle spielt der jetzige Verwaltungsratspräsident, Rainer Gut? Er muss einverstanden sein mit dem Vorgehen Brabecks. Hat er es ihm gar nahegelegt? Verbleibt so Gut auch im Ruhestand ein Teil seines Einflusses? Welches Motiv bewegt ihn? Steht Brabeck unter Druck? Gibt es etwas zu verbergen? Soll ein ‚neuer Besen’ und eine dann mögliche ‚Frühlingsputzete’ verhindert werden?

Druckversuche wie diese sollten uns inzwischen hellhörig machen!

Auch das Undenkbare muss gedacht werden, wie uns der Blick auf die jüngste Schweizer Wirtschaftsgeschichte lehrt.

Empfehlung: den Jahresabschluss und da insbesondere allfällige Veränderungen der Konzernstruktur von Nestlé genau unter die Lupe nehmen.

Donnerstag, März 24, 2005

Frühling

Zürich, Bürkliplatz, am See: ein Taucherli quakt wie eine schwimmende Ballonhupe.

Dienstag, März 22, 2005

Tricky business

Ich muss lachen.

Die Swiss ist verkauft, an die deutsche Lufthansa.

Und wir lesen noch am gleichen Abend, dass auf einmal Gespräche mit der deutschen Regierung über das Anflugregime in Zürich möglich sein sollen, obwohl das von deutscher Seite seit Ablehnung der Zumutung von Staatsvertrag vor wenigen Monaten ununterbrochen kategorisch ausgeschlossen wurde.

Und Bundesrat Moritz Leuenberger freut sich darüber.

Ja worüber denn? Es muss doch auch dem naivsten Zeitgenossen aufgehen, was da gespielt wurde.

Montag, März 07, 2005

Gentechnologie und Nahrungsmittel

In diesem Zusammenhang werden oft auf die Gefahren einer unkontrollierten Verbreitung modifizierter Gene hingewiesen. Deshalb sind in der Schweiz ja auch Freilandversuche so strengen Regeln unterworfen, dass sie bisher praktisch nicht durchführbar sind.

Von Seiten der Agroindustrie heisst es, die modifizierten Pflanzen seien resistenter, ertragreicher, würden unsere Nahrungsbedürfnisse besser abdecken. Und: ihr Nährwert sei unbedenklich. Alles in allem ein grosser Fortschritt für die Menschheit im Kampf gegen den Hunger.

Nun, Eingriffe in das Erbgut führen wie übermässige Züchtung oft zu einem Verlust des sogenannten Polymorphismus, d.h. die Bandbreite an Reaktionsweisen z.B. einer Pflanze auf Umwelteinflüsse wird eingeschränkt. Sie kann sich nicht mehr an verschiedene Umweltbedingungen anpassen und ist bei z.B. Klimaänderungen den Wildformen unterlegen. Oft sind die modifzierten Pflanzen zudem unfruchtbar – was, gemäss Intuition des zwar botanischen Laiens aber aufmerksamen Zeitgenossens, gegen ein qualitativ hochwertiges Produkt spricht.

Könnte es sein, dass es in Nahrungsmitteln Stoffe gibt, deren Funktion und Wichtigkeit heute noch nicht bekannt sind, die wir deswegen auch nicht kontrollieren, deren Fehlen aber mit Verzögerung eines Tages zu Mangelerscheinungen bzw. zu neuen Krankheitsbildern führen? Mir scheint, die Zurückhaltung der Konsumenten ist nicht Ausdruck einer Hysterie sondern ein Zeichen gesunden Misstrauens.

Donnerstag, März 03, 2005

Raucherplage

Da setze ich mich nach der Arbeit zum Zeitunglesen noch kurz in ein Café in Zürich Paradeplatz und, bevor ich etwas bestellt habe, schon bin ich von links und rechts mit Zigarettenqualm eingenebelt – meine Kleider stinken noch am nächsten Morgen.

Es ist erstaunlich: die schädlichen Auswirkungen des Passivrauchens auf den menschlichen Körper sind hinlänglich bekannt. Die Staaten Europas überbieten sich gegenseitig mit immer strikteren Rauchverboten. Und die Schweizer Restaurateure wagen es, ihr Personal und ihre Kunden weiterhin im Tabakrauch sitzen zu lassen. Hat denn von diesen Leuten niemand Angst, er könnte eines Tages mit einer Schadenersatzklage von erkrankten Serviceangestellten oder Stammkunden konfrontiert werden?

Dienstag, Februar 22, 2005

George W. Bush in Brüssel

Präsident Bush besucht Europa. Die Stimmung sei grossartig. -- Nun, die Geschichte wiederholt sich nicht. Aber war da nicht schon einmal so ein Besuch?

War da nicht einmal der Frühsommer 2002, als die Europäer nicht allzuviel Gutes hielten von 'diesem Texaner', ja, gar befürchteten, er könne einen Krieg anzetteln im Nahen Osten? Dann kam er zur Visite und versprach seinen Verbündeten, er würde nichts unternehmen, ohne sie zuvor zu konsultieren. Und die Echos, zumindest in den Deutschen Medien, klangen begeistert.

Bis dann 10 Monate später die Friedensbewegten halb Europas auf den Strassen Parolen skandierten gegen den amerikanischen Alleingang. Nichts gegen Bush, aber man hätte von der sogenannten Oeffentlichkeit doch ein ganz ein wenig mehr an Gedächtnis erwartet.

Mittwoch, Februar 16, 2005

Meschenwürde

Bei ethisch-moralischen Fragen wird heutzutage früher oder später der Begriff der Menschenwürde ins Spiel gebracht. Die Menschenwürde sei zu respektieren, heisst es jeweils. Die Menschenwürde sei unantastbar. Seltsamerweise führt jedoch nie ein Autor aus, was er darunter versteht. Als ob es sich bei diesem Begriff um einen absoluten Wert handelte, der keiner näheren Begründung bedürfte, um eine Forderung, die niemand bestritte.

Dies ist leider jedoch nur bei einer oberflächlichen Betrachtung der Fall. Bei genauem Hinsehen zeigt sich der ganze argumentative Notstand einer säkularen Gesellschaft. Denn: was ist das eigentlich, die Menschenwürde? Täglich bekommen wir in der Tagesschau bestätigt, dass diesbezüglich weltweit eine grosse Begriffsverwirrung herrscht. Und die Theoretiker der Postmoderne bekräftigen: es gibt keine absolute Wahrheit.

Ohne die definierende Kraft einer religiösen Ordnung bleibt der Begriff der Menschenwürde eine Phrase. Denn: ohne Religion im weitesten Sinne keine Moral. Ohne Religion keine Ethik. Die Würde des Menschen lässt sich nicht aus sich selbst heraus definieren, sondern sie benötigt ein System an Werten, auf das sie sich bezieht. Würdig und wertvoll wird der Mensch durch die Sicht von aussen. Genau wie Gold als solches wertlos ist, erst im Kontext einer Konvention erhält es seinen Wert.

Wer von Menschenwürde spricht, sollte daher stets bezeichnen, auf welche Tradition er letztlich zurückgreift. Auf die des Islams, oder des Judentums, oder des Christentums. Oder eine andere, aber dann wüssten wir bitte gerne, auf welche? Ob überhaupt auf irgend etwas zurückgegriffen wird? Oder kommt da bloss ein: Nichts?

Samstag, Februar 12, 2005

Sensation

Die ideale Welt der Massenmedien wäre eine Welt der Einzigartigkeiten sonder Zahl, jede Meldung eine Nachricht von noch nie Gewesenem.

Dabei ist es doch so.

Bloss: die meisten Schreiber scheitern in der Darstellung.

Freitag, Februar 11, 2005

Bärendienst der SBB

S-Bahnhof Zürich, Gleis 21, schon zweimal hat der Zugbegleiter auf dem Perron Reisenden vor mir Auskunft gegeben, es nähert sich ihm ein dritter und die Antwort ist erneut: „Nein, dieser Zug ist eine S-Bahn und hält nicht in Schlieren, nein, dieser Zug hält nicht in Dietikon, dazu müssen Sie die S 12 nehmen auf dem Gleis nebenan, nein, dieser Zug hält nicht in Spreitenbach-Killwangen, dazu müssen Sie...“ Ich bin, so leid er mir schon tut, der vierte innert Sekunden, der ihn um die gleiche Auskunft bittet.

Die schweizerischen Bundesbahnen haben sich beim Fahrplanwechsel im Dezember 04 mit der Abschaffung bzw. Verschlimmbesserung der handlichen und äusserst praktischen, an jedem Bahnhof aufgelegten Streckenpläne, einen Bärendienst geleistet, und dies gleich in doppelter Hinsicht.

Erstens werden sie so Gelegenheitsfahrer verlieren. Da diese den Zug selten benutzen, kennen sie den Fahrplan nicht auswendig. Je einfacher sie daher Zugang zu Informationen wie Abfahrts- und Ankunftszeit sowie Haltestellen bekommen, desto eher werden diese Kunden im entscheidenden Moment anstelle des Autos die Bahn nehmen. Versteckt die SBB diese wichtigste PR-Information vor ihrer Klientel, betreibt sie ein Anti-Marketing. Gelegenheitsfahrer sind ausserdem mögliche zukünftige Käufer eines Abonnementes und gehören damit in einer durchdachten Marketingstrategie zur Kernzielgruppe der Oeffentlichkeitsarbeit.

Zweitens müssen nun die bemitleidenswerten Zugbegleiter ihren Kopf hinhalten dafür, dass im ganzen HB Zürich nirgends mehr - ausser durch Auskunftspersonen - zu erfahren ist, ob ein Zug in z.B. Killwangen-Spreitenbach halten wird. Das weckt nostalgische Erinnerungen an Interrail-Reisen auf südeuropäischen Linien.

Angesichts von Problemen bei der Information der Zugpassagiere im Fall von z.B. Stellwerkstörungen, wie erst kürzlich wieder in Zürich, von der Einführung eines komplexen Monitorsystems zu träumen, notabene angesichts der Tatsache, dass nicht einmal die bestehenden und geplanten Zugsinformations-/-kontrollsysteme voll funktionieren, dabei aber ein seit Jahren bewährtes narrensicheres Informationsmittel praktisch aus dem Verkehr zu ziehen, ist ein Eigentor der obersten Güteklasse.

Freitag, Februar 04, 2005

Fussballklub Servette Genf Konkurs

Der Erfolg eines Fussballklubs ist immer auch ein Gradmesser für die wirtschaftliche Potenz einer Region oder Stadt. Ist in diesem Licht die Zahlungsunfähigkeit des Genfer Traditionsklubs Servette nach denjenigen von Sion und Lausanne Ausdruck eines zunehmenden ökonomischen Gefälles zwischen Deutscher und Französischer Schweiz?

Nimmt man die Tabelle der obersten Spielklasse, so muss sich auch Zürich fragen, ob ihm Basel nicht nur auf dem Rasen den Rang ablaufen wird.

Donnerstag, Januar 20, 2005

CO2-Abgabe

Schweizer Wissenschaftler fordern eine CO2-Abgabe. Diese würde unter anderem die Wirtschaft fördern.

Eine CO2-Abgabe ist wie jede andere Abgabe an den Staat eine Steuer. Dass höhere Steuern die Wirtschaft fördern sollen, ist ein Humbug. Es ist unverständlich, wie 'Wissenschaftler' so etwas behaupten können.

Es würden dadurch neue Arbeitsplätze geschaffen, sagen sie. - Ja, wieso geben wir eigentlich nicht 100% unseres Einkommens als Steuern ab, wenn dadurch immer noch mehr Arbeitsplätze geschaffen werden können? Versuchen Sie doch einige Momente, diesen Gedanken konsequent zu Ende zu denken und Sie werden erkennen, wie absurd solche Ueberlegungen sind. Für jeden Arbeitsplatz der so geschaffen wird, werden andere aufgrund von höheren Kosten und eines zusätzlichen Verwaltungsapparates mit mehr behördlicher Ineffizienz vernichtet. Wer die Wirtschaft fördern will, muss Steuern senken.

Dienstag, Januar 18, 2005

Rechtsstaat - Zum Kindeswohl

Gemäss Presseverlautbarung des Zürcher Obergerichtes vom 18. Jan 05 sind die von ihrer Mutter vor 4 Jahren entführten Kinder von Maya Wood nach Australien zurück geschafft worden. Es sei im Interesse der Kinder geschehen.

Als interessierter Laie stelle ich mir dabei nach der Lektüre eines zusammenfassenden Artikels in der NNZ vom Sonntag vom 16. Jan 05 folgende Fragen:

1. Wieso habe ich in einem so sensiblen Fall noch keine einzige überzeugende Begründung vernehmen können, was an diesem Entscheid dem Kindeswohl dienen soll? Sämtliche angeführten Gründe laufen früher oder später immer darauf hinaus, dass dies ein Entscheid im Dienste der Staatsräson war. Die beteiligten Behörden sollten doch bei der publizistischen Wirkung des Falls ein grosses Interesse daran haben, allenfalls verzerrte öffentliche Darstellungen zu entkräften.

2. Rechtssprechung geschieht öffentlich: werden wir die vollständige richterliche Begründung einsehen dürfen?

3. Wieso sind die jeweiligen Bezirksgerichte im Kanton Aargau und Zürich zum Schluss gekommen, dass eine Ausschaffung den Kindern schade, die Obergerichte dann aber zum Gegenteil? Heisst das, dass ein Urteil gar nicht eindeutig zu fällen war? Wurde in diesem Fall dem Grundsatz, im Zweifelsfalle für den Angeklagten, Gerechtigkeit getan? Wer war hier der „Angeklagte“- waren es nicht die Kinder? Und: kann es sein, dass Bezirksgerichte den Personen „näher“ stehen, Obergerichte dafür „näher“ bei der Staatsräson sind?

4. Wieso kann das Obergericht des Kantons Aargau am 21. Oktober 2002 die Berichte der Therapeutinnen Graf und Koch (Kinder- und Jugenpsychiatrischer Dienst Aargau) zuhanden des Bezirksgerichtes Baden (Entscheid vom 10. Juli 02) einfach ignorieren, mit dem Hinweis, dass sie mündlich geäussert worden seien und ihnen damit als Aktennotiz keine Beweiskraft zukomme? Wieso kann man diese Aeusserungen nicht nachträglich schriftlich bestätigen lassen und sie dann verwenden? – Ich weiss schon, dass Juristen darauf auf Verfahrensregeln verweisen, aber das ändert doch nichts an der Tatsache, dass in diesen Aeusserungen eine für den Fall entscheidende Konsequenzen habende Einschätzung zum Ausdruck kommt, und dass diese deshalb auch vom Bezirksgericht Baden verwendet worden sind.

5. Geht es bei der Rechtsprechung um Gerechtigkeit oder um mechanistische Anwendung des Gesetzes? Wessen Interessen dient das Gesetz? Schützt es die Interessen von Individuen oder die des Kollektivs?

6. Hätte eine Mehrheit der einsichtigen Schweizer gleich entschieden? Ist das nun ein Beschluss, den ich als Zürcher, als Schweizer mittrage?

Sonntag, Januar 09, 2005

FDP Zürich: das Dilemma mit Leutenegger

Dem Schweizer Politiker Filippo Leutenegger droht in absehbarer Frist der Ausschluss aus dem Vorstand seiner Kantonalpartei, der FDP Zürich. Für den Geschmack seiner Kollegen entfaltet er eine zu grosse Eigendynamik, zu oft steht er für seine von der Parteilinie abweichenden Standpunkte ein, zu eigensinnig interpretiert er die Grundwerte der FDP.

Da zeigt sich das Dilemma der Freisinnigen Partei: als hierarchisch aufgebaute Organisation verlangt sie den geschlossenen Auftritt, das liegt in der Natur der Sache. Dem Liberalen hingegen ist nichts so suspekt wie die uniforme Parole.

Meine Prognose: Der Versuch, den Dissidenten zu zügeln, wird den Zerfallsprozess der FDP weiter beschleunigen, da es sich um einen Akt handelt der im Gegensatz zu einem der fundamentalen Werte der Partei steht.

Donnerstag, Januar 06, 2005

Tsunami Warnungen

Es scheint, dass Spezialisten am 26.12.04 nach dem Seebeben vor Indonesien die Gefahr einer Flutwelle erkannt hatten, es jedoch nicht wagten, Regierungen und die Oeffentlichkeit zu warnen. Aus Angst, wegen einer Kompetenzüberschreitung ihr Gesicht und ihren Job zu verlieren. -- Werden nicht schon Kinder dazu erzogen, Grenzen auch einmal zu missachten, kann das unter Umständen tragische Folgen haben...