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Freitag, April 16, 2010

SBB mit Gewinn?

Die Medien melden heute 16.4.10 erfreut, die SBB habe 2009 einen Gewinn von ca 370 Mio sFr. erzielt. Das kann nicht unkommentiert bleiben, denn verdrehter kann man nicht mehr rechnen.

Wir halten fest: erstens ist ein Grossteil des Gewinns auf den Verkauf von Immobilien zurückzuführen. Das hat so ziemlich nichts mit der Kerntätigkeit der SBB zu tun, für welche wir sie Jahr für Jahr mit Steuermilliarden alimentieren.

Und zweitens sind es eben diese Steuermilliarden, die die SBB am Leben erhalten. Angesichts solch massiver Subventionen bei einem Unternehmen von Gewinn zu sprechen, ist total unsinnig. Korrekter wäre die Feststellung, dass es der SBB knapp gelungen ist, ihr Budget nicht zu überziehen. Gewinnen tut man mit Eisenbahnfahren nichts.

Donnerstag, März 13, 2008

Grotesker Streik bei SBB Cargo

Wir wohnen einer weiteren Gewerkschaftsposse bei. Der defizitäre Sanierungskandidat SBB Cargo wird von ein paar vorgestrigen Arbeitern im Tessin bestreikt, erhält eine mediale Aufmerksamkeit und Sympathie von groteskem Ausmass, und wieder einmal haben unsere nationalen Politiker nichts Besseres zu tun, als sich in die operativen Abläufe eines Schweizer Staatsbetriebes einzuschalten, erfahrungsgemäss ein sicherer Schritt zur Verhinderung von notwendigen Reformen.

Uebrigens, wieder einmal ein Sorgenkind aus dem Departement Leuenberger. Und wir fragen bei dieser Gelegenheit erneut: wie sieht es mit der Sicherheitskultur in unseren Atomkraftwerken aus, auch hier ist Leuenberger zuständig?

Montag, März 10, 2008

SBB: Fiasko Billettautomat

Die SBB glänzen wieder einmal mit einer absurden Fehlleistung, die so wahrscheinlich nur einem Staatsbetrieb zustossen kann.

Da wird doch momentan auf den Billettautomaten eine neue Software installiert, die dem Kunden insbesondere durch ein überholtes Interface auffällt.

Dieses ist im Vergleich zu den bereits installierten Systemen deutlich schlechter, trotz ein, zwei Verbesserungen.

Erstens muss man sich in der neuen Version durch mehr Schritte hindurchwählen als bisher.

Zweitens muss man dazu mit dem Finger dauernd die Posistion wechseln, anstatt dass man für die Wahl eines Standardbillets, z.B. einer Fahrt von Zürich nach Bern retour immer über der gleichen Stellle schwebend bleiben kann.

Drittens sind überflüssige Schritte eingebaut, z.T. muss nach einer Wahl nochmals bestätigt werden, dass man zum nächsten Schritt will.

Und viertens, und das ist so grotesk schlecht gemacht, dass man schon gar nicht mehr weiss, wie man sich wundern soll, muss man bei der Wahl zwischen Halbtaxpreis oder ganzem Preis gleichzeitig die Anzahl gwünschter Tickets angeben, wozu man wirklich alle seine Sinne beieinander haben muss, um sich nicht zu verwählen. Also der gleiche Unsinn, wie auf unzähligen Billettautomaten von lokalen Verkehrsbetreben der ganzen Schweiz (siehe Detailbild).

Die neue Lösung ist schlicht unbrauchbar, man benötigt als Kunde deutlich mehr Zeit als bisher und die SBB werden dieses Programm deutlich überholen müssen, wollen sie nicht zahlreiche Leute verärgern. Wir haben schon mehrmals im Zug Mitreisenden zugehört, wie sie erklären mussten, weshalb sie nun ein ganzes oder ein halbes Billet gelöst haben, obwohl sie das so eigentlich gar nicht wollten.

Unverständlich, wie ein so grosser und wichtiger Betrieb ein so stümperhaftes Produkt veröffentlichten kann!

Sonntag, Oktober 28, 2007

Cappuccino? - Sorry, Maschine schon...

Mit erstaunlicher Regelmässigkeit stösst uns folgende spätabendliche, gelegentlich auch schon früherabendliche Ungeheuerlichkeit zu:

Wir bestellen einen Cappuccino, bekommen jedoch anstatt der erhofften Sekunden Schaumgenuss die gemurmelte Absage: Maschine schon gereinigt, sorry.

Nun bedeutet dies nicht etwa, dass der bestellte Café besonders sauber sein wird, sondern schlicht, dass man sich seine Bestellung ans Bein schmieren kann.

Zu vernehmen ist die Antwort regelmässig in Zürcher "In"-Bars um 23 Uhr, ab und zu im Kunsthaus Zürich ab einer halben Stunde vor Ausstellungsende, häufig im SBB-Speisewagen bei der Ausfahrt aus Olten, wenn der Zug in Zürich Endstation hat, etc.

Wie soll man es nennen? Hier kommt vor allem eines zum Ausdruck: Desinteresse am Kunden. Wäre man wirklich an einer guten Dienstleistung interessiert, so liesse sich ein Cappuccino ja auch problemlos noch von Hand anfertigen.

Freitag, Februar 11, 2005

Bärendienst der SBB

S-Bahnhof Zürich, Gleis 21, schon zweimal hat der Zugbegleiter auf dem Perron Reisenden vor mir Auskunft gegeben, es nähert sich ihm ein dritter und die Antwort ist erneut: „Nein, dieser Zug ist eine S-Bahn und hält nicht in Schlieren, nein, dieser Zug hält nicht in Dietikon, dazu müssen Sie die S 12 nehmen auf dem Gleis nebenan, nein, dieser Zug hält nicht in Spreitenbach-Killwangen, dazu müssen Sie...“ Ich bin, so leid er mir schon tut, der vierte innert Sekunden, der ihn um die gleiche Auskunft bittet.

Die schweizerischen Bundesbahnen haben sich beim Fahrplanwechsel im Dezember 04 mit der Abschaffung bzw. Verschlimmbesserung der handlichen und äusserst praktischen, an jedem Bahnhof aufgelegten Streckenpläne, einen Bärendienst geleistet, und dies gleich in doppelter Hinsicht.

Erstens werden sie so Gelegenheitsfahrer verlieren. Da diese den Zug selten benutzen, kennen sie den Fahrplan nicht auswendig. Je einfacher sie daher Zugang zu Informationen wie Abfahrts- und Ankunftszeit sowie Haltestellen bekommen, desto eher werden diese Kunden im entscheidenden Moment anstelle des Autos die Bahn nehmen. Versteckt die SBB diese wichtigste PR-Information vor ihrer Klientel, betreibt sie ein Anti-Marketing. Gelegenheitsfahrer sind ausserdem mögliche zukünftige Käufer eines Abonnementes und gehören damit in einer durchdachten Marketingstrategie zur Kernzielgruppe der Oeffentlichkeitsarbeit.

Zweitens müssen nun die bemitleidenswerten Zugbegleiter ihren Kopf hinhalten dafür, dass im ganzen HB Zürich nirgends mehr - ausser durch Auskunftspersonen - zu erfahren ist, ob ein Zug in z.B. Killwangen-Spreitenbach halten wird. Das weckt nostalgische Erinnerungen an Interrail-Reisen auf südeuropäischen Linien.

Angesichts von Problemen bei der Information der Zugpassagiere im Fall von z.B. Stellwerkstörungen, wie erst kürzlich wieder in Zürich, von der Einführung eines komplexen Monitorsystems zu träumen, notabene angesichts der Tatsache, dass nicht einmal die bestehenden und geplanten Zugsinformations-/-kontrollsysteme voll funktionieren, dabei aber ein seit Jahren bewährtes narrensicheres Informationsmittel praktisch aus dem Verkehr zu ziehen, ist ein Eigentor der obersten Güteklasse.