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Mittwoch, April 02, 2008

Besäufnisse in Zürich

Nun verbietet Zürich sogar Besäufnisse in der Oeffentlichkeit - und das Biertram fährt und fährt.

Das ist einfach ein Skandal!

Mittwoch, März 19, 2008

Kampftrinker - Arztkosten

Nun hat Toni Bortoluzzi von der SVP eine Motion eingereicht, die bei durch Alkohol verursachten Kosten auf Notfallstationen verlangt, dass die Patienten sie selber tragen.

So ein kompletter Unsinn. Können diese Politiker nicht einmal 10 Minuten ihr Hirn einschalten. Das ist ein völlig untaugliches Instrument um den Alkoholmissbrauch Jugendlicher bzw. das Kampftrinken einzuschränken. Man findet das schon schlicht bei der Hälfte der Patienten gar nie heraus, ob Alkohol mit ein Grund für ihren Unfall und ihre Verletzungen war. Die Versicherungen werden ununterbrochen die Uebernahme von Notfallbehandlungen anfechten, Auskünfte von den Aerzten verlangen, die diese nicht geben dürfen oder wollen, aus Angst vor Prozessen ihrer rechtsschutzversicherten Patienten.

Und so weiter. Eine Schnapsidee. Wir haben hier das Problem schon einmal ausführlich dargelegt und können nur wiederholen: so geht es nicht.

Freitag, Februar 22, 2008

Karasek, 20minuten und Alkoholprävention

Der langjährige Radio 24-Moderator David Karasek wechselt seinen Arbeitgeber, und das Pendlerblatt 20minuten - wie Radio 24 ebenfalls zur Tamedia gehörend - zeigt ihn im Büro, in der Hand die Werkzeuge zur Bewältigung des letzten Arbeitstages.

Die da sind: sein erfreuliches Mundwerk, nicht in Aktion zu sehen aber bekannt, und eine Flasche Wodka. Diese ist dafür überaus gut zu sehen, was weniger erfreulich ist.

Angesichts der u.a. auch durch Erzeugnisse der Tamedia beklagten grassierenden Alkoholprobleme Jugendlicher ist dies ein weiterer Schlag ins Gesicht jeglicher präventiver Bemühungen in Zürich. Wie kann man sich über die zunehmenden Besäufnisse von Teenagern besorgt zeigen und gleichzeitig als öffentliche Person mit Vorbildfunktion genau für diese Szene nichts Gescheiteres zu tun wissen, als seinen Abschiedstag mit Gipfeli und Wodka zu begehen und das dann auch noch gross ins Bild zu setzen? Das ist ein Armutszeugnis.

Vor allem für die involvierten Medien.

Montag, Dezember 24, 2007

Bierwerbung auf Tram in Zürich

Seit einigen Jahren lassen die Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich (VBZ), also ein Unternehmen der öffentlichen Hand, das Steuergelder in grossem Umfang erhält, einzelne Trams unter einem Thema von öffentlichem Interesse durch dich Stadt fahren. So z.B. auch eine Zeit lang ein Gesundheitstram.

Nun ist aber offensichtlich den Verantwortlichen für diese Aktionen der Faden gerissen, anders kann man sich nicht erklären, dass nun eines der Tram unübersehbar grossflächig Werbung für Bier machen darf.

Und dies notabene, wo sich die Erkenntnis endlich auch zu den Betreibern der Stadien durchgerungen hat, dass die enthemmende Wirkung von Alkohol einer der wesentlichen Auslöser für den gefürchteten Hooliganismus bei Fussballanlässen darstellt. Es besteht eine lineare Beziehung zwischen dem Bierkonsum und dem Sicherheitsrisiko für Match-Besucher wie auch Unbeteiligte. Die nationale Arbeitsgruppe "Alkoholprävention EURO 2008" empfiehlt z.B., auf gut sichtbare öffentliche Werbung zu verzichten. Auch die UEFA hat ganz klar Position bezogen.

Deshalb werden im und um die Stadien Alkohol-Verbote ausgesprochen, ein an und für sich sehr restriktiver Eingriff in die Gewerbefreiheit - und gleichzeitig lässt die Stadt Zürich mindestens ein halbes Jahr ein Tram herumfahren, das jeden auf Bier gluschtig machen soll, Kinder und Jugendliche inklusive. Ihre Idole mit "Vorbildfunktion" kicken den Ball über die Tramwände, dass der Bierschaum nur so zischt, die Assoziation ist offensichtlich.

Wenn das nicht pervers ist, was denn sonst? Auf jeden Fall ist es Ausdruck von Gier und Dummheit. Man kann nicht aufhören mit Kopfschütteln.

Donnerstag, November 29, 2007

Tötung mit Armeewaffe Hönggerberg

Die Tötung von Francesca, einer unschuldigen Jugendlichen an der Tramhaltestelle Hönggerberg, lässt jeden, der davon hört, einen Moment fassungslos erstarren. Die Motive des eben aus der RS entlassenen 21-jährigen Täters sind vorerst unbekannt.

Nun wird der Fall von Politikern sogleich instrumentalisiert, es sei ein weiteres Beispiel für die untragbaren Risiken, die mit dem Nachhausenehmen der Armeewaffe einhergehen.

Die Rechtsparteien entgegnen mit dem üblichen Argument, es sei unzulässig, alle Waffenträger einem Generalverdacht auszusetzen.

Wir staunen ob der vorgebrachten Argumente, sowohl pro als auch contra. Denn, in diesem Fall wie in zahlreichen anderen Fällen von Waffenmissbrauch genauso wie in Fällen von z.B. Automissbrauch ist weder die Waffe noch das Auto das Problem, noch ist es ein wie auch immer geratener Generalverdacht.

Sondern der Soldat scheint, gemäss Berichten der Presse, alkoholisiert gewesen zu sein. Die Tat geschah also wahrscheinlich unter Drogeneinfluss. Viel wichtiger, da damit viel mehr Leben gerettet werden könnten, scheint uns zu sein, mit der unsachlichen Bagatellisierung bzw. Glorifizierung des Alkoholkonsums aufzuhören. Da liegt das Hauptproblem.

Montag, August 20, 2007

Kostenbeteiligung jugendlicher Rauschtrinker - Unmöglich

Verena Diener, ehemalige Gesundheitsdirektorin des Kantons Zürich, fordert von jugendlichen Rauschtrinkern eine Kostenbeteiligung bei notfallmässigen Behandlungen (NZZ am Sonntag, 19.8.2007).

Es wäre wünschenswert, dass die Kosten, die durch eine fahrlässige oder sogar mutwillige Schädigung der eigenen Gesundheit dem Gesundheitssystem und letztlich den Prämienzahlern entstehen, durch die Verursacher bezahlt werden müssen.

Allerdings funktioniert unser System der sozialen Krankenversicherung nicht auf diese Art und Weise, und es ist erstaunlich, dass eine Ständeratskanditatin hier nicht mehr Durchblick beweist. Niemand muss in der Schweiz für sein Fehlverhalten selbst bezahlen. Das ist im gleichen Moment der grosse Vorteil aber auch Nachteil unseres Systems. (Fast) Alle Patienten werden gleich behandelt.

Wer eine Kostenbeteiligung propagiert, sollte sich gescheiter einmal informieren, wie viele Diagnosen - von Erwachsenen! - auf Notfallstationen auf übermässigen Alkoholkonsum zurückzuführen sind. Oder auf übermässige Kalorienaufnahme und Bewegungsmangel mit all ihren kurz- und langfristigen Komplikationen (Uebergewicht, Diabetes, Arteriosklerose, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Bypassoperation, etc.). Oder zuviel Sonne. Oder zuwenig Schlaf. Oder riskantes Verhalten beim Grümpelturnier, ja überhaupt die Teilnahme daran. Die Liste liesse sich beliebig verlängern.

Eine mögliche Massnahme wäre: die Krankenkassenprämien mit Verhaltensauflagen verknüpfen. Wer sich erwiesernermassen selbstzerstörerisch verhält, bezahlt einen Prämienaufschlag. Wer nicht raucht z.B., erhält einen Rabatt.

Die Krux liegt beim Wörtchen "erwiesenermassen". Der Nachweis ist schwierig zu führen. Schon die Frage, ob Alkoholabstinenz einen Rabatt nach sich ziehen sollte, wird kaum lösbar sein. Eine geringe Menge Alkohol soll die Lebensdauer verlängern. Müssten Abstinente sogar mehr Prämien bezahlen?

Die Konsequenz des Prinzips wäre: Wer mindestens dreimal eine halbe Stunde pro Woche Sport betreibt, erhält einen Rabatt. Uebergewichtige bezahlen einen Aufpreis. Workaholics bezahlen einen Aufpreis. Singles bezahlen einen Aufpreis (dauerhafte Partnerschaften senken erwiesenermassen verschiedenste Gesundheitsrisiken). Und so weiter, Sie verstehen, die Forderungen der Versicherer werden in diese Richtung gehen.

Prämien würden dann aufgrund eines individuellen Risikoprofils erstellt, wie dies die Lebensversicherer bereits heute tun. Dabei könnte man durchaus unterscheiden zwischen fix gegebenen Risiken (z.B. Gentyp) und beinflussbaren Risiken (Nikotin). Aber wieviel an Ueberwicht z.B. ist genetisch, wieviel durch Verhalten bedingt? Niemand weiss es!

Wünscht Frau Diener einen grundlegenden Umbau unserer Krankenversicherung in Richtung mehr Selbstverantwortung? Wir nehmen das nicht an - obwohl man es sich einmal überlegen müsste...

Freitag, August 10, 2007

BAG: Alkohol und Massnahmen

Das Schweizerische BAG (Bundesamt für Gesundheit) hat kürzlich seine gewagten Ideen zur Bekämpfung des Alkoholmissbrauchs vorgestellt. (Kommentar von Lips)

Es gäbe allerdings durchaus mögliche Massnahmen. Man könnte z.B. dem Bier systematisch Vitamine (B-Komplex) beifügen, wie man das schon seit Jahrzehnten an vielen Orten auf der Welt mit Jod im Speisesalz tut. Man müsste einmal prüfen, ob sich so nicht viele der typischen Mangelerscheinungen (Nervenschäden) von Alkoholikern vermeiden und massiv Gesundheitskosten einsparen liessen.

Freitag, Juli 27, 2007

Prohibition nach 21 Uhr - Gruss von Al Capone

Das Schweizerische Bundesamt für Gesundheit (BAG) möchte nun zur Eindämmung jugendlicher Trinkexzesse den Verkauf von Alkohol nach 21 Uhr stark einschränken.

Ein Rückgang des Alkoholverbrauches wäre an und für sich zu begrüssen, denn die gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Nachteile des Konsums von Alkoholika übertreffen die Vorteile bei weitem.

Folgende Ueberlegung ist jedoch anzustellen:

1. Auch in Zukunft wird nach 21 Uhr ein Bedarf nach Alkoholika bestehen, vielleicht sogar noch mehr als heute.
2. Wo eine Nachfrage besteht und es das gefragte Produkt auch tatsächlich gibt, ensteht ein Markt.
3. Ist das Angebot knapp, so steigen die Preise.
4. Hohe Preise und ein potentiell (nach 21 Uhr) kriminalisierter Handel eines Produktes mit Suchtpotential - diese Kombination kennen wir doch!
5. Es wäre eine blosse Frage der Zeit, bis das organisierte Verbrechen Interesse an einem solchen Markt gewönne.

Schlussfolgerung: so wünschenswert die Eindämmung des Alkoholmissbrauches ist, so dumm und kontraproduktiv wäre ein solches Verbot.