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Dienstag, Oktober 13, 2009

Tages-Anzeiger in primitivsten Niederungen

In einem Beitrag zur SVP-Minarettinitiative protraitiert der Tages-Anzeiger online den Leiter des Werbebüros, welches die umstrittenen Plakate entworfen hat. Autor des Artikels ist Ruedi Baumann.

Dieser hält explizit fest, wie der Portraitierte momentan kein Interesse an einem Auftritt in der Oeffentlichkeit hat, weil er dadurch in das Blickfeld von militanten Islamisten geraten könnte - und berichtet trotzdem. Mit Bild. Und vollem Namen. Der Portraitierte ist so problemlos weltweit identifizierbar.

Eine solche Bekanntheit kann unmittelbar lebensbedrohlich sein, wir alle wissen das spätestens seit dem dänischen Karikaturenstreit. Die Beschreibung in einer Zeitung, und dann noch mit Bild, kann Terroristen den entscheidenden Hinweis liefern, wo sie den Autor der Plakate findet.

Kommentare der Leser des Tagi online Artikel bestätigen die entsetzliche Wirkung in der Oeffentlichkeit. Schamlos und in unfassbarer Niedertracht wünschen einzelne Schreiber implizit den Tod des Portraitierten.

So schreibt z.B. eine Regula Wolf um 09.25 Uhr:

"Dann kann er ja schon mal gehen – unsere Plakatwände wirds freuen."

Und ein Christoph Geiser um 08.56 Uhr:
"Wäre ja nicht der erste Islamkritiker der umgebracht würde."

Gegen eine Zeitung, die solche Beiträge nach redaktioneller Prüfung veröffentlicht, muss eigentlich eine Anklage wegen Anstiftung oder Beihilfe zu Mord geprüft werden. Wir werden den Tages-Anzeiger nie mehr kaufen.

PS von 12.35 Uhr: ca 1 h nach Publikation unseres Blogs hat der Tagi-online offenbar den Beitrag von Christoph Geiser wieder vom Netz genommen. Wir meinen: auch das Bild des Portraitieren gehört entfernt, ja NIE publiziert!

Freitag, Dezember 05, 2008

Todesursache Alex Widmer?

Alle schreiben sie über den unerwarteten Tod des Bankiers Alex Widmer.

Nur niemand, woran er denn gestorben ist. Mit 52 Jahren, das ist ja sehr jung.

An einem Herzinfarkt? Oder Unfall? Oder Suizid? Oder Krebs? Oder Medikamenten?

Schon erstaunlich, diese grassierende political correctness. Die es den Medien erlaubt, intimste Privatheiten von zur Gegenwehr unfähigen Personen des gar nicht so öffentlichen Lebens auf ihren Titelseiten breit zu walzen. Es jedoch verbietet, eine Todesursache einer bekannten und exponierten Person bekannt zu geben. Was ist so privat daran?

Oder ist bei ihm einfach mit genügend Geld für Anwälte und einen Prozess zu rechnen?

Dabei muss man doch Spekulationen schon vor dem ersten Gedanken daran entschieden entgegen treten.

Mittwoch, September 03, 2008

Botellón und Biertram in Zürich

Der Stadtrat Zürichs zeigte sich besorgt über den ersten Botellón am letzten Augustwochenende 08 in Zürich und erwog gar ein Verbot desselben. In breiten Kreisen wurde ebenfalls Kritik laut an dieser Form des Treffs Adoleszenter zum blossen sich Besaufen.

Und wir wiederholen: wie kann man so bescheuert sein, monatelang ein Biertram durch die Strassen Zürichs fahren zu lassen, nur weil es der VBZ, einem städtischen Betrieb, ein wenig Werbeeinnahmen bringt, und sich gleichzeitig dann darüber empören, dass die Jugendlichen tatsächlich Bier trinken. Bigotter geht's nicht mehr.

Die Jungs trinken übrigens Bier, nicht weil sie am verblöden sind, sondern um zu provozieren, weil man damit perfekt gegen die grassierende politische Korrektheit protestieren kann, ist doch klar! Es wird sicher noch mehr solche Aktionen geben. Erstaunlich, dass eine solche Analyse bisher in keinem Medium nachgelesen werden kann.

Freitag, September 21, 2007

Tastatur Bankomaten

Wie kommt es eigentlich, dass man auch Jahre nach Einführung dieser Maschinen seine Finger immer noch bis zur Belastungsgrenze strapazieren muss, wenn man einen Bankomaten bedienen will?

Vor allem die UBS-Automaten glänzen in der x-ten Generation durch eine völlig unbrauchbare Tastatur. Mit Garantie sind zahlreiche ältere Personen oder solche mit Gelenkserkrankungen nicht in der Lage, die Tasten zu bedienen.

Ein Beispiel mehr für das Desinteresse der Banken an Kleinkunden. Eine Politik, die sich langfristig rächen wird, denn die Kleinkunden sind die Stimmbürger von heute und morgen, die über die politischen Rahmenbedingungen auch der Finanzdienstleistungen bestimmen werden.

Montag, September 10, 2007

Lucrezia Meier-Schatz

Dass man aufgrund seiner politischen Arbeit in der Schweiz wegen Morddrohungen Personenschutz braucht, ist eine Ungeheuerlichkeit.

Allerdings dafür andere Politiker verantwortlich machen - wie soll das gehen? Da gäbe es dann eine Reihe von Politikern, die man für Drohungen, die andere Politiker erhalten haben, ebenfalls verantwortlich machen müsste. Sicher hat auch Nationalrat Christoph Mörgeli schon öfters 'gute Wünsche' dieser Art erhalten. Genau so sicher wie auch Exponenten anderer Parteien.

Werden solch inakzeptable Drohungen ausgestossen, so zeigt das ein wenig, wie gross bei gewissen hilf- und hoffnungslosen Gemütern das Ausmass der empfundenen Ungerechtigkeit ist. Und es zeigt, wie es auf allen Seiten Leute bar jeder Kinderstube gibt.

Es ist dies sicher eine Gelegenheit für z.B. Herrn Mörgeli, sich klar vor solch infamen Drohungen zu distanzieren und sich damit aktiv in die Reihen der Fair Player einzuordnen. Ein Lächeln da, ein Bedauern dort kann Wunder wirken. Das ist es ja, was den Kritikern der SVP am meisten Wasser auf die Mühlen leitet: Soft-factors, Atmosphärisches.

Allerdings, selbst eine ernst gemeinte Distanzierung ist im aktuellen politischen Klima nicht ohne Risiko. Schnell wird es von der Gegenseite als Schuldeingeständnis instrumentalisiert - und schon hat man einen Prozess am Hals. Eine delikate Aufgabe.

(Bild von der persönlichen Website von CVP Nationalrätin Meier-Schatz)

Samstag, September 08, 2007

Madeleine McCann - remember Lindy Chamberlain

Wer die Entwicklungen im Fall der in Portugal vermissten Madeleine Chamberlain verfolgt, ist nicht erstaunt, dass sich nun der Verdacht der Behörden auf einmal gegen die Eltern richtet.

Die Strafverfolgungsbehörden sind in solchen Fällen grossem medialen Interesse und damit einem starken Erfolgsdruck ausgesetzt. Bei Ausbleiben konkreter Ergebnisse wuchern die Spekulationen und es ist schon in anderen Fällen zur plötzlichen Verdachtsumkehr mit einem 'Medienurteil' gekommen.

In den 80er Jahren kam es so in Australien zu einem grotesken Justizirrtum. Die Mutter Lindy Chamberlain der auf einem Campingplatz am Ayers Rock spurlos aus einem Zelt verschwundenen Azaria wurde wegen Mordes verurteilt, obwohl sie ihre Unschuld immer beteuerte, und erst aufgrund des zufälligen Fundes der vermissten Babykleidung mit Spuren eines Dingos, einem australischen Wildhund, Jahre später frei gesprochen.

Die bewegende Geschichte wurde von Hollywood 1988 verfilmt, der Film "Cry in the Dark" mit der Schauspielerin Meryl Streep war auch bei uns in den Kinos zu sehen.

Mittwoch, August 29, 2007

Kirchenstreit Röschenz - Katholische Kirche

Die Stimme einer Röschenzerin in der Sendung Rendez-vous am Mittag von Radio DRS, heute 29.8.07: "Wir (Katholiken in Röschenz) wollen ja in der katholischen Kirche bleiben. Aber die in Solothurn sollen einmal merken, dass wir nicht in einer Monarchie sondern in einer Demokratie leben."

Da irrt sich die Dame leider. Ihre Kirchgemeinde ist zwar ein staatskirchenrechtliches und damit politisches Konstrukt, dieses hat aber auch eine kanonische Funktion, ist also über die Kette Pfarrei-Bistum-Weltkirche Teil der katholischen Kirche und diese ist keine demokratische Institution, sondern streng hierarchisch organisiert mit einer Person an der Spitze, die, obwohl sie aus protestantischer Sicht ein Sünder ist wie alle Menschen, für gewisse Angelegenheiten Unfehlbarkeit in Anspruch nimmt.
(Informationen zur Schweizer Staatskirchenlösung)

Diese Haltung färbt auch ab auf die unteren Chargen, die beispielsweise in Personalfragen einmal definitiv bezogene Positionen nicht mehr so einfach in Frage stellen werden, ja, das gar nicht können. Schon in einer säkularen Institution müsste ja ein Chef, der einen Angestellten wiederholt als untragbar bezeichnet und ihn entlassen hat (!), das aber nicht durchsetzen kann, seinen Rücktritt einreichen. Auf die Kirche übertragen müsste daher Diözesanbischof Kurt Koch, Bistum Basel, zurücktreten, falls Pfarrer Franz Sabo im Amt bliebe.

Da der strenggläubige Bischof aber letztlich aus kirchlicher Sicht von Gott eingesetzt wurde, ein Rücktritt also Widerstand gegen Gottes Wille wäre, und gleichzeitig eine Einschränkung seines kanonischen Rechts (wie das in der Schweizer Staatskirche der Fall ist) eigentlich ebenfalls gegen einen Glauben verstösst, der sich allein Gott gegenüber zur Rechenschaft verpflichtet weiss, vermuten wir, dass Bischof Koch weder aufgrund politischen Drucks von dieser Entlassung zurücktreten noch einfach so seine Stelle wechseln kann. Das bedeutet, Pfarrer Sabo kann unmöglich im Amt bleiben. Vergessen Sie's!

Mögliche Lösungen: exemplarischer staatlicher Zwang - bezeichnenderweise kommt die Sache nun ja auch vor Gericht. Oder..., und das wird geschehen, sollte die Kirche nun den ersten Prozess verlieren und sich eine Niederlage auch vor Bundesgericht abzeichnen, was mit einem schmerzlichen Prestige- und Machtverlust verbunden wäre und sie sicher zu vermeiden suchen wird, ... oder Bischof Koch wird abberufen.

Allerdings gibt möglicherweise das staatliche Gericht schon in erster Instanz der Kirche Recht. Sie darf nämlich Pfarrer Sabo entlassen, sofern sie das arbeitsrechtlich korrekt tut. Jeder Arbeitgeber kann einen in wesentlichen Fragen illoyalen Angestellten 'in die Wüste schicken'. Die Röschenzer können sich zwar weigern, einen neuen Pfarrer zu akzeptieren, aber auch die Kirche darf einen (bisherigen) Pfarrer ablehnen, beide Seiten haben so etwas wie ein Vetorecht. Gegen das Veto der Kirche kann die katholische Kirchgemeinde Röschenz eigentlich ausser laut zu schreien nicht allzuviel unternehmen, es sei denn, die Entlassung erfolgte in profan weltlichem Sinne unrechtmässsig.

Delikat wäre in diesem Fall, wenn Pfarrer Sabo in gewissen religiösen Fragen andere Ansichten als seine Kirche vertritt und damit unklar ist, ob er, weil es um Wesentliches geht, wegen Illoyalität zu entlassen ist oder wegen des Rechtes auf Glaubensfreiheit gerade nicht entlassen werden darf. Aufgrund seines Glaubens darf ja niemand diskriminiert, also z.B. entlassen werden; anderseits leuchtet es ein, dass z.B. ein Priester, der, hypothetisch angenommen, auf einmal zum Islam konvertiert, nicht mehr als Priester tragbar ist.

Hier zeigt sich wieder einmal exemplarisch die Unvereinbarkeit von kirchlichen und politischen Anliegen, weshalb diese voneinander getrennt werden sollen. Die Schweiz hat diese Trennung nie ganz konsequent vollzogen, was von Zeit zu Zeit dann eben zu solchen Konflikten führt.

Montag, August 20, 2007

Roadpricing: London - Stockholm - Zürich

Nun auch in Stockholm: wer mit dem Auto in die Stadt will, muss zahlen. Das nütze der Umwelt, so heisst es. Es sei eindrücklich.

Was niemand sagt: es nützt vor allem den gut Betuchten und macht ihnen die Strassen frei, damit sie auf dem Weg zur Delikatesshandlung oder der Designerboutique nicht im Stau stehen. Schon heute können sie ja parkieren, wo sie wollen - eine Busse a 40, 80 oder 120.-sFr. ist ein Klacks für den, der's hat. Anstelle von Road Pricing lässt sich auch mit zahlreichen anderen Mitteln das Autofahren Schritt für Schritt solange verteuern, bis es sich nur noch die 10'000 Reichsten leisten können. Dann wäre auch die Luft schön sauber.

Akzeptabel wird ein Roadpricing frühestens, wenn die Beträge aufgrund z.B. des steuerbaren Vermögens erhoben würden, notabene: des Vermögens, nicht des Einkommens! Oder, als Annäherung an einen fairen Preis, aufgrund des Eurotax-Wertes des Fahrzeuges. Und Dienstwagen dürfen davon nicht ausgenommen werden, sonst lässt sich jetzt schon absehen, wie staatlich besoldete Arbeitnehmer in Zukunft shoppen gehen.

Die Zahlungskraft der Betroffenen muss in die Höhe der Gebühr mit einfliessen, sonst ist Road Pricing eine schreiende Ungerechtigkeit. Und geben wir uns nicht der Illusion hin, einmal eingeführt, würden die Gebühren nicht nach einiger Zeit sukzessive erhöht werden.

Roadpricing ist ein Schritt in Richtung Zweiklassengesellschaft, ein Schritt Richtung Geldadel.

Apropos Aristokratie: Kein Wunder, dass die Methode ausgerechnet in London und Stockholm erfolgreich sein soll...

Dienstag, August 07, 2007

Patientenzufriedenheit in Schweizer Kliniken

Die Zufriedenheit der Patienten mit ihren Kliniken wurde untersucht (Comparis). Das Ergebnis ist nicht besonders verwunderlich, die kleineren Kliniken in der Peripherie scheinen sich mit mehr Engagement um ihre Patienten zu kümmern. Damit wurde zwar die fachliche Qualität der Betreuung nicht beurteilt, aber ist nicht die Zufriedenheit einer der wichtigsten Qualitätsindikatoren!?

Gerade die kleinen Kliniken wurden im Rahmen der kantonalen Planungen in den letzten Jahren reihenweise geschlossen. Es war wahrscheinlich die falsche Politik, aber die entsprechenden Behörden haben sich in diesen Fragen immer als beratungsresistent erwiesen.

Montag, August 06, 2007

Elisabeth Kopp: eine Winterreise

Es hat lange gedauert, bis nun Frau Kopp endlich Gelegenheit erhalten hat (SF 1, 6.8.07, 22.20 Uhr), für eine breite Oeffentlichkeit angemessen ihre Sicht der Ereignisse zu formulieren, die zum Rücktritt der ersten Bundesrätin der Schweiz geführt haben.

Zu lange - eine wunderbare Frau!

Sonntag, August 05, 2007

Jakobsweg: Pilgern als Trend

Ein Deutscher TV-Entertainer, Hape Kerkeling, schreibt über seine Pilgerreise auf dem Jakobsweg. Und auf einmal hört man da von zahlreichen anderen, dass auch sie pilgern waren oder es bald tun werden.

Hört man genauer hin, so stellt man fest: Kaum jemand will wirklich nach Santiago. Kaum einer der Pilger bezeichnet sich als besonders religiös. Es handelt sich um einen Trend, die Zeitgeistjünger springen auf. Und man erzählt, dass man 'pilgern' war. Die Reise muss, wie die neuste Frisur oder das Tattoo, öffentlich gemacht werden, Pilgern als Instrument der Selbstvermarktung.

Wieso muss es nun aber dieser Jakobsweg sein? Man könnte ja auch nach Lissabon wandern. Oder in die Algarve. Oder von Sizilien nach Dänemark. Oder von Canterbury nach Rom, wie das Martin Heule auf der Via Francigena in seiner Reportage in DRS2 zur Abwechslung erfreulicherweise tut.

Der Jakobsweg ist die bekannteste Marke unter den Pilgerwegen. Damit eignet er sich am besten zur Selbstpromotion, man gehört einfach dazu, das zählt schliesslich bei Trends.

Zudem: Die Tradition der Regeln unterworfenen Pilgerreise legitimiert das Wandern als zeitlosen Akt, wer sich mit einreiht, scheint gemeinschaftlichen Zielen verpflichtet, die über die Dauer seines Lebens hinausreichen, erstaunlicherweise auch dann, wenn er mit dem katholischen Heiligenkult nichts am Hut hat. Rituale üben ihre Faszination gerade auch dann aus, wenn sie nicht (mehr) verstanden werden. Sie genügen sich selbst.

Auch ahnt man eine Sehnsucht nach Authentizität, nach unverfälschten Erfahrungen aus erster, analoger und nicht digitaler Hand. Ein Wunsch nach der Erfahrung von Langsamkeit, Einfachheit und Verzicht.

Der Trend ist oberflächlich. Aber die Erfahrung, die die Pilger machen, geht dennoch in die Tiefe. Ist sie gar religiös?

Was belegte den Glauben besser: die dogmatisch korrekte Ueberzeugung oder die Tat? Die Frage bleibt: was wird denn da erfahren, was wird geglaubt?

Mittwoch, Juli 12, 2006

Freiheit

Fussball-WM Final 2006: Zinedine Zidane, ein Spieler Frankreichs, rammt im Affekt kurz vor Spielende vor dem fassungslosen Publikum seinen Schädel in die Brust von Materazzi, einem Italiener.

Im Stadion befinden sich Bill Clinton und zahlreiche höchste Vertreter europäischer Regierungen. Milliarden schauen am TV zu.

Viele fragen sich nun, was der eine wohl da dem anderen gesagt hat, dass dieser so die Fassung verliert und von Zizou zu Z wird, Z wie Zorro, der Rächer.

Faszinierend, dass es offensichtlich auch unter den Augen der ganzen Welt und der westlichen Geheimdienste möglich ist, ein vertrauliches Gespräch unter vier Augen zu führen.

Ist nun ZZ hilfloser Exekutor einer primitiven Regung, gefangen in überholten Vorstellungen von Ehre und Rache - oder sind wir Zeugen eines symbolischen Momentes geworden?

Niemand da, der die beiden hindern könnte: ein privates Gespräch, ein autonomer Entscheid - Freiheit! (mit allen Konsequenzen)

Montag, Mai 01, 2006

Politik: Links oder Rechts?

Die entscheidende politische Richtungsfrage ist nicht links oder rechts, konservativ oder progressiv.

Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Frage: Entscheiden wir uns im Zweifelsfall zugunsten des Kollektivs oder des Individuums? Was zählt mehr, das Recht des Einzelnen oder das der Gruppe?!

Dieser Gegensatz lässt die unterschiedlichen Positionen von Politikern verschiedener Parteien viel besser vorhersagen als das Links-Rechts-Schema.

Sonntag, Dezember 11, 2005

Kollegialität im Bundesrat

Es wird beklagt, dass das Kollegialitätsprinzip im Bundesrat kurz vor dem Ende stehe. Fast im Wochenrhythmus erscheinen in den Medien Berichte aus vertraulichen Sitzungen, die den Anschein eines zerrütteten Kollegiums vermitteln.

Zahlreiche Stimmen sehen im Eintritt von Bundesrat Chrisoph Blocher in die Landesregierung und seinem 'stillosen' Verhalten den Grund für einen vielbeschworenen Zerfall der politischen Kultur auf höchster Ebene.

Abgesehen davon, dass es sich hier möglicherweise um Wunschdenken von Leuten mit einer politischen Agenda handelt, könnte es nicht auch sein, dass die beklagen Schwierigkeiten Symptom einer ganz anderen Ursache sind?

Dass nämlich seit Jahrzehnten erklärtermassen nicht die besten sondern bevorzugt durchschnittliche Politiker in die Exekutive gewählt wurden. Nun, da sich ein politisches Schwergewicht in den Bundesrat 'verirrt' hat, rächt sich diese Strategie der Pflege des Mittelmasses.

Vielleicht ist nicht Blocher der falsche Mann sondern es werden einfach die Limiten der anderen schonungslos offengelegt. Nehmen wir nur das Beispiel der letzten Wahl, wo mit Bundesrat Merz sicher der schwächste der drei von der FDP vorgestellten Kandidaten gewählt wurde. Noch stärkere Persönlichkeiten waren bereits in der FDP-internen Entscheidung auf der Strecke geblieben.

Bei der nächsten Wahl wäre doch eigentlich zu wünschen, dass es auch anderen Parteien gelingen mag, starke und fähige Köpfe in den Bundesrat zu hieven. Wenn diese dann, auf der Grundlage von Kompetenz und Ausstrahlung, Bundesrat Blocher in den Sitzungen die fällige Paroli bieten können, werden die Wehklagen rasch verstummen.

Sonntag, Januar 09, 2005

FDP Zürich: das Dilemma mit Leutenegger

Dem Schweizer Politiker Filippo Leutenegger droht in absehbarer Frist der Ausschluss aus dem Vorstand seiner Kantonalpartei, der FDP Zürich. Für den Geschmack seiner Kollegen entfaltet er eine zu grosse Eigendynamik, zu oft steht er für seine von der Parteilinie abweichenden Standpunkte ein, zu eigensinnig interpretiert er die Grundwerte der FDP.

Da zeigt sich das Dilemma der Freisinnigen Partei: als hierarchisch aufgebaute Organisation verlangt sie den geschlossenen Auftritt, das liegt in der Natur der Sache. Dem Liberalen hingegen ist nichts so suspekt wie die uniforme Parole.

Meine Prognose: Der Versuch, den Dissidenten zu zügeln, wird den Zerfallsprozess der FDP weiter beschleunigen, da es sich um einen Akt handelt der im Gegensatz zu einem der fundamentalen Werte der Partei steht.

Donnerstag, Januar 06, 2005

Tsunami Warnungen

Es scheint, dass Spezialisten am 26.12.04 nach dem Seebeben vor Indonesien die Gefahr einer Flutwelle erkannt hatten, es jedoch nicht wagten, Regierungen und die Oeffentlichkeit zu warnen. Aus Angst, wegen einer Kompetenzüberschreitung ihr Gesicht und ihren Job zu verlieren. -- Werden nicht schon Kinder dazu erzogen, Grenzen auch einmal zu missachten, kann das unter Umständen tragische Folgen haben...