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Montag, März 21, 2011

Strategischer Irrtum Libyen

Welchen Irrtum begeht die westliche Verlegenheitskoalition mit ihrer Intervention in Lybyen?

Antwort: Nur weil Ghadafi keine Flugwaffe, keine Artillerie und keine Panzer mehr zur Verfügung hat, heisst das noch lange nicht, dass er damit von der Macht entfernt wird. Seine Gegner in Libyen sind ja so etwas von desorganisiert, was wollen die denn anrichten? Ghadafi hingegen scheint nach wie vor viel Geld zu besitzen, mit dem er sich Soldaten leisten kann. Die einzig sichere Strategie wäre, ihn persönlich zu liquidieren, was jedoch gar nicht so einfach ist. Und was wäre, wenn? Wer würde das Vakuum füllen?

Die Strategie in Sachen Libyen scheint äusserst dürftig zu sein. Am Schluss wird ein weiterer Konflikt an den Amerikanern hängen bleiben, ausser sie können ihn den Europäern in die Schuhe schieben. Auch Ghadafi macht natürlich Fehler. Er sollte Italiens Matrosen zügig freilassen...

Freitag, Januar 08, 2010

Nacktscanner - gesund?

Nach dem misslungenen Versuch eines islamistischen Spinners in der Weihnachtszeit 09 eine Verkehrsmaschine beim Anflug auf Detroit "in die Luft zu jagen", sollen nun rasch an Flughäfen aller Welt sogenannte Nacktscanner eingeführt werden.

Wie schon vor wenigen Jahren ist auch jetzt die damit einhergehende Diskussion auf den ethischen Aspekt dieser Ganzkörperscans fokussiert. Offensichtlich beschäftigt zahlreiche Leute, dass sie nun von ihnen fremden Sicherheitsbeamten nackt gesehen werden könnten.

Was erstaunt: wieso macht sich niemand Gedanken, ob diese Geräte gesundheitlich unbedenklich sind? Wir würden gerne mehr zur Funktion der Durchleuchter lesen. Offenbar verwenden diese Geräte Röntgenstrahlen? Hat diese Strahlung Nebenwirkungen, wie jede andere Form von Strahlung? Was ist, wenn sich jemand mehrmals durch diesen Scanner bewegt? Was ist mit Schwangeren und Kleinkindern? Was für Risiken bestehen für Personen, die sich gerade einer Chemotherapie unterziehen müssen?

Solche Fragen scheinen uns doch um einiges wesentlicher zu sein als die pseudoethischen Sorgen, die sich ein Journalist beim nächsten abschreibt.

Montag, Dezember 22, 2008

USA: Einreiseschikanen

Die USA führen klammheimlich die Visumspflicht für europäische und andere Besucher wieder ein. Vorerst noch ohne Gebühren, bald werden diese jedoch folgen, wir sind da zuversichtlich.

Wir dürfen also in Zukunft die Volltrottel-Frage, ob wir Mitglied einer terroristischen Vereinigung sind (Sie stutzen? - Aha, Sie haben noch nie einen dieser grünen Visa Waiver ausgefüllt), schon Tage vor einer Reise am Internet beantworten. Spontane Flüge werden verunmöglicht, denn die Daten müssen mindestens 3 Tage vor der Reise eingereicht werden. Wenigstens ist eine einmal erteilte Bewilligung für 2 Jahre gültig, so ist für Folgereisen doch wieder eine gewisse Flexibilität gegeben.

Nun, die Brasilianer haben uns vorgemacht, wie man mit solchen amerikanischen Grosssmachtallüren umgehen muss: do ut des. Werden die Europäer für Reisen von Amerikanern in den Schengenraum das gleiche verlangen, so wird der Spuk rasch enden. Denn niemand kann so hartnäckig meckern und für seine Rechte auf die Barrikaden gehen, wie aufgebrachte Amerikaner.

Dienstag, Juli 01, 2008

Israel - Iran - Atompläne

Wir sagen es hier schon seit Anfang 2006, dass die Iraner den Westen in Sachen Atomwaffen an der Nase herumführen, dass die immer wieder geschürten und von allen Medien brav kolportierten Hoffnungen auf eine Verhandlungslösung lächerlich naiv sind und dass eine militärische Aktion Israels oder der USA nur eine Frage der Zeit sei. Denn für Israel geht es angesichts der iranischen Rhetorik um alles oder nichts.

Nun doch auch wieder einmal in der NZZ online zu lesen.

Donnerstag, Mai 08, 2008

Clinton oder Obama?

Wie schon bei der Wahl zum amerikanischen Präsidenten vor 8 Jahren mit dem 50 zu 50 Pattergebnis zwischen Bush und Gore und der späteren italienischen Wahl Berlusconi - Prodi mit einem hauchdünnen 49 zu 51 - oder war es umgekehrt? - zeichnet sich auch bei der Ausmarchung Clinton - Obama um den demokratischen Präsidentschaftskandidaten ein Kopf an Kopf Rennen ab.

Der Tagesanzeiger online vermeldet die baldige Aufgabe von Clinton und bleibt, sich diesbezüglich wie gewohnt linientreu gebarend bei Kommentaren zur amerikanischen Politik, so links als möglich (mit Linksaussen Martin Kilian, der sich schon seit längerem von den politisch realen Verhältnissen ausgeklinkt hat, was die Leser des Tagis nicht weiter zu stören scheint).

Wir sehen diese knappen Wahlergebnisse als Ausdruck der Tatsache, dass weder der eine noch der andere Kandidat die Wähler überzeugt und es ihnen deshalb grundsätzlich egal ist, wer von beiden gewählt wird. Denn: in der USA bestehen zu viele Vorbehalte gegenüber einem Schwarzen und auch gegenüber einer Frau, sprich: Rassismus und Sexismus werden diese Wahl mitentscheiden.

Keine gute Voraussetzung, um gegen den republikanischen Kandidaten zu bestehen. Dessen beide Handicaps sind sein Alter und eine mögliche zu grosse Nähe zum amtierenden Präsidenten, von dem alle die Nase voll haben. Macht er jedoch keine grossen Fehler, so wird McCain diese Wahlen knapp gewinnen.

Mittwoch, Oktober 24, 2007

Al Gore - healthy or sick?

Al Gore, der frühere amerikanische Vizepräsident und inzwischen Friedensnobelpreisträger 2007 aufgrund seines Engagements für Umweltschutz, wird von verschiedensten Stimmen immer wieder für die Präsidentschaftswahlen 2008 der USA ins Spiel gebracht.

Aber schauen Sie sich doch einmal die Bilder dieses Mannes an! Vergleichen Sie Aufnahmen aus den 90er Jahren mit aktuellen Photographien, dann fällt doch auf: dieser Mann sieht krank aus.

Gore hat massiv an Körpergewicht zugenommen, der noch vor wenigen Jahren markante Unterkiefer geht nun fast nahtlos in den Hals über. Benötigt Gore Cortison? Selbst geschminkt ist die Gesichtsfarbe auf Nahaufnahmen erschreckend blassrosa, die Konturen fast aufgedunsen.

Wir wundern uns, dass diese auffälligen Veränderungen nirgends ein Thema sind. Für eine Präsidentschaft scheint uns Gore ganz einfach aus physischen Gründen nicht mehr geeignet.

Mittwoch, September 19, 2007

Irans Nuklearprogramm

Wir haben hier in diesem Blog schon wiederholt auf die sich abzeichnenden Entwicklungen in Sachen Iran hingewiesen.

In dieser Region der Erde gibt es leider nicht nur ein Problem, sondern gleich mehrere, die uns in der Zukunft dringend beschäftigen werden.

Aktualisierung 24.10.07: Die Entwicklungen bestätigen unsere hier seit langem vertretene Prognose.

Freitag, August 24, 2007

CH Soldaten: Ausrüstung noch zeitgemäss?

Heute 24.8.07 zeigt die NZZ auf ihrer Frontseite US-amerikanische Soldaten vor der Durchsuchung eines Hauses.

Dabei fällt, wie bei all diesen Bildern, auf, dass die Ausrüstung eines Schweizer Soldaten im Vergleich mit diesen Kämpfern wie aus einer anderen Zeit zu stammen scheint. Die aufgenommenen Soldaten tragen Knieschoner - gibt es das bei uns? - Der Helm wird mit einem Band auch um den Hinterkopf befestigt; auf dem Helm ist eine Schutzbrille zum Einsatz bereit; das Maschinengewehr besitzt eine elektronische Zielvorrichtung, ist whs. auch mit einem Nachtsichtgerät versehen; die Kämpfer haben ein Mikrophon vor dem Mund, und so weiter. Man stellt eine Tendenz in Richtung zunehmende Panzerung bzw. zunehmende Elektronisierung der Hilfsmittel fest.

Wir fragen uns: wenn es, wohl der Kosten wegen, schon nicht möglich ist, die sich seit mehr als 150 Jahren eines ununterbrochenen Friedens erfreuenden Schweizer Soldaten zeitgemäss auszurüsten, gibt es dann wenigstens Konzepte oder Studien, wie eine solche Schweizer Ausrüstung auf modernstem Stand gestaltet sein müsste, damit sich diese bei Bedarf in Kürze nachrüsten liesse?

Als Schweizer Soldat möchte man auf jeden Fall nicht gegen solchermassen ausgerüstete Gegner kämpfen müssen.

Dienstag, Juli 31, 2007

Irak - Traditionen

Die Irakische Fussballnationalmannschaft wird im Juli 07 überraschend Sieger der Asienmeisterschaft.
Die NZZ online schreibt dazu am 31.7.07:

"... . Allerdings kamen bei den Feierlichkeiten sieben Menschen ums Leben. Die Opfer seien von Querschlägern getroffen worden, teilte die Polizei mit. Zudem habe es mehr als 50 Verletzte gegeben, weil Anhänger den Sieg trotz Verbot mit den traditionellen Gewehrschüssen gefeiert hatten. ..."

"Traditionelle Gewehrschüsse"? - Vielleicht hat ein Teil der Probleme dieses Landes seine Ursachen nicht bloss in der Amerikanischen Invasion.

Freitag, Februar 23, 2007

Iran brüskiert Uno-Sicherheitsrat

Wie hier schon früher festgehalten, steuert der Mittlere Osten unverändert auf eine weitere Konfrontation zu, die für die Welt wahrscheinlich gefährlichste seit der Kubakrise.

Der Iran begeht eine verständliche aber umso gefährlichere Fehleinschätzung. Im Gegensatz zu Nordkorea geht es ihm sicher nicht nur um einen Verhandlungspoker. Die Iraner halten die USA in der verbleibenden Zeit der Regierung Bush, wie auch einer möglicherweise folgenden demokratischen Regierung, irrtümlicherweise für zu schwach, als dass sie etwas gegen die Entwicklung von Atomwaffen im Iran unternehmen könnten.

Die entscheidende Fehlkalkulation liegt in der Unterschätzung des Mobilisationspotentials das aus einer vitalen Bedrohung Israels erfolgen wird. Dies wird, leider ist es absehbar, zu einer lokalen Eskalation führen. Variante a) die Liquidation eines ranghohen Iranischen Politikers. Variante b) die Bombardierung iranischer Ziele durch Israel. Variante c) die Bombardierung iranischer Ziele durch die USA. Diplomatie und Sanktionen sind nur Pausenfüller. Read your Lips!

Freitag, Januar 19, 2007

Die neue Eile der Regierung Bush

Es fällt auf, wie sich die Amerikanische Regierung auf einmal um eine Lösung der Palästinafrage bemüht! Welches sind die Gründe dazu?

Erstens: Letztmals schien dies am Ende der Amtszeit Präsident Clintons möglich zu werden. Nun nähert sich das Ende der Amtszeit Präsident Bushs. Dieser hat mit den letzten Kongresswahlen einen Teil seiner Macht eingebüsst. Er kann seine Vorstellungen, wie der Irak zu befrieden sei, nicht mehr realisieren und wird bald dazu gezwungen sein, einen Fahrplan für den Abzug eines Grossteils der amerikanischen Truppen festzulegen. Geschieht das noch während seiner Amtszeit, worauf die Demokraten drängen werden, so wird er in der Geschichte als Verlierer in Erinnerung bleiben. Die beste Möglichkeit, doch noch zu einer erfolgreichen aussenpolitischen Bilanz zu kommen, wäre eine Lösung der Palästinafrage.

Zweitens: es droht eine Auseinandersetzung mit dem Iran, der nach dem Zerfall des Iraks übriggebliebenen lokalen Ordnungsmacht. Deren Atomprogramm bedroht die Existenz Israels. Ein militärisches Vorgehen ist riskant und wäre eher möglich, wenn von der ganzen Region unterstützt. Diese Unterstützung gibt es nur, wenn der ungelöste israelisch-palästinensische Konflikt und damit das Alibi für den arabischen Entwicklungsrückstand wegfällt und man sich unter Muslimen der lebensbejahenden Kapitel des Korans besinnt. Das Damoklesschwert der Bombe wird Israel zu grosszügigen Konzessionen bewegen. Ein gelöster Konflikt in Palästina wird den Iran einer wichtigen Legitimation für seine Aufrüstung berauben. Allerdings ist nach wie vor zu befürchten, dass das worst-case Szenario einer unverändert anhaltenden iranischen Rhetorik der Vernichtung ein lokaler Atomkrieg mit Zerstörung iranischer Regionen, längerfristig aber auch von Israel ist, und was dann geschieht, weiss niemand.

Samstag, Juli 15, 2006

Gaza - Libanon - Iran

Israel führt Krieg, halbherzig gegen die Hamas, die Regierungspartei in Gaza und richtig gegen den im Süden Libanons sitzenden Hizbollah, der mit seiner Regierung Katz und Maus spielt.

Es wäre zu hoffen, dass der Iran gut zuschaut, die richtigen Schlüsse zieht und seine israelfeindliche Rhetorik grundsätzlich anpasst.

Da dies jedoch in Anbetracht der Politik der letzten 50 Jahre der Staaten im Nahen Osten kaum von alleine der Fall sein wird, ist mit einem militärischen Vorgehen Israels auch gegen den Iran zu rechnen. Wie hier schon früher ausgeführt, ist dies eine blosse Frage der Zeit. Es fehlt nur noch der passende Anlass, wenn er nicht schon da ist.

Den Europäern bleibt zu raten, sich möglichst rasch mit den USA, Russland und China auf ein gemeinsames Vorgehen zu einigen, sonst werden wir bald Benzinpreise erleben, die alles bisherige in den Schatten stellen.

Israel ist momentan wahrscheinlich beratungsresistent. Dort scheinen die Militärs seit einiger Zeit das Steuer wieder übernommen zu haben. Die USA werden den Druck auf Syrien massiv erhöhen. Aegypten, Saudi-Arabien und Libyen werden dabei sekundieren.

Möglicherweise ist das ganze jetzt schon ein Stellvertreterkrieg zwischen Israel und Iran.

Dienstag, Mai 09, 2006

Atommacht Iran

Der Iran spielt nach 'bewährter' nahöstlicher Art und Weise auf der Klaviatur der internationalen Wahrnehmung Katz und Maus. Dabei sind zwei Dinge klar: 1. Iran strebt den Status einer Atommacht an und hat nicht das geringste Interesse an einem Kompromiss in dieser Frage. Was da in regelmässigen Abständen an angekündigten Konzessionen und Briefen und Beinahverhandlungserfolgen durch die Medien geistert, ist ein Witz. 2. Israel wird das nie tolerieren, weil es sonst bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit zum letzten Holocaust (Brandopfer) kommt.

Was heisst das für die weitere Entwicklung?

Solange der jetzige Präsident an der Macht ist, nützt Diplomatie ohne militärische Gewalt: Nichts. Wer etwas anderes glaubt, hat in den letzten 20 Jahren nicht richtig hingeschaut im Nahen Osten. Auch Sanktionen, die früher oder später wohl zu erwarten sind, bringen ohne militärische Gewalt: Nichts. Leider!

Es bieten sich drei Optionen aus dem Vokabular der Gewalt an: 1. Ein westlicher Geheimdienst liquidiert Ahmadinejad. 2. Amerikanische Bombardierungen von Zielen im Iran. 3. Eine - aufgrund der Geographie des Landes zwar schwierige aber doch mögliche (siehe Afghanistan) - Invasion.

Sie denken, das sind Hirngespinste?! Wir sagen: Optionen 1 oder 2 sind bloss eine Frage der Zeit. Die USA werden doch nicht den Irak wegen vermeintlicher Massenvernichtungswaffen angreifen und dann solche im Iran zulassen, ihrem Erzfeind, der Israel explizit in Frage stellt.

Dienstag, Februar 22, 2005

George W. Bush in Brüssel

Präsident Bush besucht Europa. Die Stimmung sei grossartig. -- Nun, die Geschichte wiederholt sich nicht. Aber war da nicht schon einmal so ein Besuch?

War da nicht einmal der Frühsommer 2002, als die Europäer nicht allzuviel Gutes hielten von 'diesem Texaner', ja, gar befürchteten, er könne einen Krieg anzetteln im Nahen Osten? Dann kam er zur Visite und versprach seinen Verbündeten, er würde nichts unternehmen, ohne sie zuvor zu konsultieren. Und die Echos, zumindest in den Deutschen Medien, klangen begeistert.

Bis dann 10 Monate später die Friedensbewegten halb Europas auf den Strassen Parolen skandierten gegen den amerikanischen Alleingang. Nichts gegen Bush, aber man hätte von der sogenannten Oeffentlichkeit doch ein ganz ein wenig mehr an Gedächtnis erwartet.