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Dienstag, Februar 09, 2010

Reclaim the streets?

Der Tagesanzeiger gibt einem Teilnehmer der Reclaim the Streets Aktion von diesem Wochenende (6.2.10) eine Plattform. Dieser erzählt, wie aus seiner Sicht das ganze ein fröhliches, unbeschwertes Happening werden sollte, dann seien da am Rand auch noch ab und zu maskierte Sprayer rumgehuscht, und weit weg von ihnen irgendwelche Scheiben eingeschlagen worden.

Dazu bemerken wir: Die Journalisten und der Hauswart beim Tages-Anzeiger, dem auch Scheiben eingeschlagen wurden, können es ja offenbar selber mit diesen Leuten ausmachen, wie in Zukunft verhindert werden soll, dass jedes fröhliche, unbeschwerte Happening mit Sachschäden und Verwüstungen endet. Irgend etwas stimmt doch da nicht so ganz an dieser Schilderung, oder?

A propos Reclaim the Streets. Wie kommt es, dass man uns für Parkieren, auch wenn es unumgänglich ist und möglichst rücksichtsvoll und überlegt geschieht, schon innert Minuten unsäglich hohe Bussen reinbrennt, diese fröhlichen, unbeschwerten Partygänger aber ganze Strassen besetzen, ausser Betrieb nehmen und mit einem Begleitmob in ihrem Gefolge die Stadt kaputt krawallen können, dafür aber dann keine Busse bezahlen sondern sogar noch auf dem Tagi online ihre Peace-version des Trauerspiels abheulen dürfen?

In dieser Stadt herrscht doch ganz offensichtlich eine schreiende Rechtsungleichheit!

Montag, Februar 08, 2010

Iran: Naive Medien

Der Tagesanzeiger online titelt "Wie Ahmadinejad die Welt an der Nase herumführt".

Und wir fragen uns (einmal mehr), wieso der Tagi nicht schreibt, dass es vor allem Medien wie der Tagi sind, die jede Fliegen-Schiss-Verlautbarung korrupter Regimes jeglicher Provenienz abdrucken, und sich so seit Jahren als de facto Handlanger von Terroristen betätigen.

Dienstag, Oktober 13, 2009

Tages-Anzeiger in primitivsten Niederungen

In einem Beitrag zur SVP-Minarettinitiative protraitiert der Tages-Anzeiger online den Leiter des Werbebüros, welches die umstrittenen Plakate entworfen hat. Autor des Artikels ist Ruedi Baumann.

Dieser hält explizit fest, wie der Portraitierte momentan kein Interesse an einem Auftritt in der Oeffentlichkeit hat, weil er dadurch in das Blickfeld von militanten Islamisten geraten könnte - und berichtet trotzdem. Mit Bild. Und vollem Namen. Der Portraitierte ist so problemlos weltweit identifizierbar.

Eine solche Bekanntheit kann unmittelbar lebensbedrohlich sein, wir alle wissen das spätestens seit dem dänischen Karikaturenstreit. Die Beschreibung in einer Zeitung, und dann noch mit Bild, kann Terroristen den entscheidenden Hinweis liefern, wo sie den Autor der Plakate findet.

Kommentare der Leser des Tagi online Artikel bestätigen die entsetzliche Wirkung in der Oeffentlichkeit. Schamlos und in unfassbarer Niedertracht wünschen einzelne Schreiber implizit den Tod des Portraitierten.

So schreibt z.B. eine Regula Wolf um 09.25 Uhr:

"Dann kann er ja schon mal gehen – unsere Plakatwände wirds freuen."

Und ein Christoph Geiser um 08.56 Uhr:
"Wäre ja nicht der erste Islamkritiker der umgebracht würde."

Gegen eine Zeitung, die solche Beiträge nach redaktioneller Prüfung veröffentlicht, muss eigentlich eine Anklage wegen Anstiftung oder Beihilfe zu Mord geprüft werden. Wir werden den Tages-Anzeiger nie mehr kaufen.

PS von 12.35 Uhr: ca 1 h nach Publikation unseres Blogs hat der Tagi-online offenbar den Beitrag von Christoph Geiser wieder vom Netz genommen. Wir meinen: auch das Bild des Portraitieren gehört entfernt, ja NIE publiziert!

Donnerstag, Mai 28, 2009

Tages-Anzeiger beleidigt Hingis

Der sich gerne sozial und fair gebende Tages-Anzeiger beleidigt in der Online-Ausgabe von heute 28.5.09 Martina Hingis gleich im ersten Interview, das sie seit ihrer Spielsperre gegeben hat, auf übelste Art und Weise.

Die Adresszeile des Interviews von René Stauffer lautet:

http://www.tagesanzeiger.ch/sport/tennis/Ich-habe-halt-Kokain-genommen/story/11559289

Diese suggeriert ein spätes Geständnis von Frau Hingis – der folgende Artikel zeigt dann aber, dass Martina Hingis im Gegenteil eine konditionale Aussage gemacht hat, Zitat:

Ich setze doch nicht meine Karriere aufs Spiel, um noch einmal Wimbledon zu spielen. Als ob ich das nötig hätte! Dabei hätte ich nie ein Problem, es zuzugeben: Ich habe halt Kokain genommen, ich wollte mal wissen, wie das ist. Aber dann mache ich das doch nicht in Wimbledon.

Aus den Worten davor und danach geht klar hervor, dass Martina Hingis auch jetzt einen Kokain-Konsum verneint und nicht im Traum an ein Geständnis denkt, sondern von ihrer Unschuld überzeugt ist.

Damit handelt es sich hier um eine massive Verunglimpfung von Frau Hingis. Frau Hingis hat nicht gestanden, sondern nur ein fiktives Geständnis nachgeäfft. Entweder weiss der Schreiber Dinge, die so bisher in der Oeffentlichkeit nicht bekannt waren, und dann soll er sie nicht 'durch die Blume' in einer Adresszeile sondern klipp und klar veröffentlichen. Oder er weiss nichts, und dann ist diese Adresszeile eine üble Entstellung der Worte Hingis.

Es fällt dann auch auf, wie einige Stunden später der gleiche Artikel, prominent auf der Frontpage an erster Stelle gesetzt, unter einer zweiten Adresse publiziert wird:

http://www.tagesanzeiger.ch/sport/tennis/Hingis-spricht-erstmals-nach-dem-Dopingfall/story/11559289

Beide Adressen geben die identische Publikationszeit an. Ob hier Dummheit oder Böswilligkeit im Spiel sind, bleibt unklar. So oder so jedoch: eine Fehlleistung, die uns sprachlos macht.

Freitag, Januar 13, 2006

100'000 Tote in Haiti?

Die Erfahrung mit Katastrophen in den letzten Jahren zeigt: solche Opferzahlen, geäussert in den ersten Stunden nach einem Ereignis (heute, 13.1.10, 24h nach dem Beben in Haiti), erweisen sich bei nüchterner Betrachtung in der Rückschau praktisch immer als zu hoch.

Es wäre die Aufgabe unserer Medien, hier nicht den Stimmen zu folgen, die am lautesten schreien, sondern, so gut das bei einer Katastrophe geht, von Anfang an einen distanzierten und sachbezogenen Standpunkt einzunehmen.

Bei allem Unglück eines solchen Erdbebens, und unter Ausdruck unseres Mitgefühls für die Opfer, wir wagen es, hier die Interessen einer an sachlicher Information vital interessierten Leserschaft zu vertreten: die Opferzahl wird sicher unter 100'000 liegen.

Die Bekanntgabe von sich überbietenden Opferzahlen nützt nämlich den Opfern keineswegs. Sondern sie stumpfen die mit Katastrophenmeldungen gesättigten potentiellen Helfer im Ausland gegen wahre Not ab und schaden letztlich den Hilflosen dieser Erde. Eine Verantwortung, die die Medien sicher wie üblich wortreich abzuwehren wissen - dennoch wird sie von ihnen getragen, und oft nicht wahrgenommen.

Readyourlips.