Mittwoch, August 29, 2007

Kirchenstreit Röschenz - Katholische Kirche

Die Stimme einer Röschenzerin in der Sendung Rendez-vous am Mittag von Radio DRS, heute 29.8.07: "Wir (Katholiken in Röschenz) wollen ja in der katholischen Kirche bleiben. Aber die in Solothurn sollen einmal merken, dass wir nicht in einer Monarchie sondern in einer Demokratie leben."

Da irrt sich die Dame leider. Ihre Kirchgemeinde ist zwar ein staatskirchenrechtliches und damit politisches Konstrukt, dieses hat aber auch eine kanonische Funktion, ist also über die Kette Pfarrei-Bistum-Weltkirche Teil der katholischen Kirche und diese ist keine demokratische Institution, sondern streng hierarchisch organisiert mit einer Person an der Spitze, die, obwohl sie aus protestantischer Sicht ein Sünder ist wie alle Menschen, für gewisse Angelegenheiten Unfehlbarkeit in Anspruch nimmt.
(Informationen zur Schweizer Staatskirchenlösung)

Diese Haltung färbt auch ab auf die unteren Chargen, die beispielsweise in Personalfragen einmal definitiv bezogene Positionen nicht mehr so einfach in Frage stellen werden, ja, das gar nicht können. Schon in einer säkularen Institution müsste ja ein Chef, der einen Angestellten wiederholt als untragbar bezeichnet und ihn entlassen hat (!), das aber nicht durchsetzen kann, seinen Rücktritt einreichen. Auf die Kirche übertragen müsste daher Diözesanbischof Kurt Koch, Bistum Basel, zurücktreten, falls Pfarrer Franz Sabo im Amt bliebe.

Da der strenggläubige Bischof aber letztlich aus kirchlicher Sicht von Gott eingesetzt wurde, ein Rücktritt also Widerstand gegen Gottes Wille wäre, und gleichzeitig eine Einschränkung seines kanonischen Rechts (wie das in der Schweizer Staatskirche der Fall ist) eigentlich ebenfalls gegen einen Glauben verstösst, der sich allein Gott gegenüber zur Rechenschaft verpflichtet weiss, vermuten wir, dass Bischof Koch weder aufgrund politischen Drucks von dieser Entlassung zurücktreten noch einfach so seine Stelle wechseln kann. Das bedeutet, Pfarrer Sabo kann unmöglich im Amt bleiben. Vergessen Sie's!

Mögliche Lösungen: exemplarischer staatlicher Zwang - bezeichnenderweise kommt die Sache nun ja auch vor Gericht. Oder..., und das wird geschehen, sollte die Kirche nun den ersten Prozess verlieren und sich eine Niederlage auch vor Bundesgericht abzeichnen, was mit einem schmerzlichen Prestige- und Machtverlust verbunden wäre und sie sicher zu vermeiden suchen wird, ... oder Bischof Koch wird abberufen.

Allerdings gibt möglicherweise das staatliche Gericht schon in erster Instanz der Kirche Recht. Sie darf nämlich Pfarrer Sabo entlassen, sofern sie das arbeitsrechtlich korrekt tut. Jeder Arbeitgeber kann einen in wesentlichen Fragen illoyalen Angestellten 'in die Wüste schicken'. Die Röschenzer können sich zwar weigern, einen neuen Pfarrer zu akzeptieren, aber auch die Kirche darf einen (bisherigen) Pfarrer ablehnen, beide Seiten haben so etwas wie ein Vetorecht. Gegen das Veto der Kirche kann die katholische Kirchgemeinde Röschenz eigentlich ausser laut zu schreien nicht allzuviel unternehmen, es sei denn, die Entlassung erfolgte in profan weltlichem Sinne unrechtmässsig.

Delikat wäre in diesem Fall, wenn Pfarrer Sabo in gewissen religiösen Fragen andere Ansichten als seine Kirche vertritt und damit unklar ist, ob er, weil es um Wesentliches geht, wegen Illoyalität zu entlassen ist oder wegen des Rechtes auf Glaubensfreiheit gerade nicht entlassen werden darf. Aufgrund seines Glaubens darf ja niemand diskriminiert, also z.B. entlassen werden; anderseits leuchtet es ein, dass z.B. ein Priester, der, hypothetisch angenommen, auf einmal zum Islam konvertiert, nicht mehr als Priester tragbar ist.

Hier zeigt sich wieder einmal exemplarisch die Unvereinbarkeit von kirchlichen und politischen Anliegen, weshalb diese voneinander getrennt werden sollen. Die Schweiz hat diese Trennung nie ganz konsequent vollzogen, was von Zeit zu Zeit dann eben zu solchen Konflikten führt.

Dienstag, August 28, 2007

Tod eines jungen Fussballers

Ein 22-jähriger Fussballer, António Puerta, Spieler des FC Sevilla, ist in Spanien an den Folgen eines mehrmaligen Herzversagens gestorben, die NZZ Online vom 28.8.07 berichtet.

Vor kurzem starb ein 28-jähriger Schwinger in der Schweiz, siehe unser Kommentar vom 25.8.07. Die beiden Fälle scheinen sich zu gleichen. Beide Sportler betrieben Spitzensport. Und beide hatten zuvor schon Beschwerden gehabt, und bei rechtzeitiger Abklärung hätte man vielleicht ihren Tod verhindern können.

Haben nun beide an einer unerkannten Herzerkrankung gelitten (z.B. am Brugada Syndrom), oder gibt es im modernen Spitzensport Substanzen, die die beiden eingesetzt haben könnten, die als Nebenwirkung möglicherweise frühzeitig zu einem Herzinfarkt führen?

Wir erinnern uns, da wurde doch kürzlich einmal (Herbst 2004) das Schmerzmittel Vioxx über Nacht vom Markt zurückgezogen, weil sich gezeigt hatte, dass es nach dessen Einnahme statistisch signifikant häufiger zu Herzinfarkten gekommen war. Andere Medikamente der gleichen Familie (COX-2-Hemmer) sind jedoch noch auf dem Markt.

Es wäre interessant, zu erfahren, wie oft im Spitzensport momentan solche Mittel von Sportlern und Spielern eingesetzt werden. Haben unter Umständen die nun Verstorbenen zu solchen Hilfsmitteln gegriffen? Ist ihr Tod eine Nebenwirkung von unerlaubten oder vielleicht sogar erlaubten Substanzen, zum Beispiel von Schmerzmitteln anschliessend an ein Spiel, wenn es gilt, die Blessuren zu kurieren?

Es gilt die Unschuldsvermutung - aber es gilt auch, die Fälle zu untersuchen und die entsprechenden Kontrollen auch im Fussball rigoros durchzusetzen.

Montag, August 27, 2007

Rauchen verboten!

Wieso das Rauchen in Restaurants und öffentlichen Gebäuden untersagt werden muss? Was spricht denn gegen Raucherecken?

Das Verhältnis von Raucher zu Nichtraucher ist asymmetrisch, das liegt in der Natur der Sache. Rauch breitet sich aus und stört den Nichtraucher; das Nichtrauchen desselben hingegen breitet sich weder aus noch stört es den Raucher - und es macht ihn auch nicht krank.

Deswegen geht es leider nicht ohne Verbote. Man richtet in einem öffentlichen Schwimmbassin ja auch keine Pinkelecke ein...

Samstag, August 25, 2007

Tod eines jungen Schwingers

Ein 28-jähriger Schwinger ist heute am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Aarau an einem Herzversagen gestorben, Tagesanzeiger vom Samstag, 25.8.07. Ob eine Autopsie durchgeführt wird, ist nicht bekannt, sie wäre aber wohl angebracht, handelt es sich doch hier unter Umständen um einen aussergewöhnlichen Todesfall, der von Amtes wegen abgeklärt werden müsste.

Ohne den trauernden Angehörigen nahe treten zu wollen, denen unser aufrichtiges Beileid gilt, und ausdrücklich ohne den Verstorbenen auch im Geringsten mit dem Gebrauch von unlauteren Methoden in Verbindung bringen zu wollen, sei anlässlich eines solchen Vorfalls doch die grundsätzliche Frage erlaubt: Gibt es an diesen Schwingerwettbewerben genügend Dopingkontrollen? Auch während des Trainings? Werden die jungen und ehrgeizigen Sportler ausreichend geschützt vor den Angeboten der modernen Sportmedizin?

Die hartnäckigen Bemühungen, Doping im Radsport aber auch in sämtlichen anderen Sportarten zu ächten, entspringen ja nicht einer akademischen oder gar moralinsauren Motivation, sondern es geht darum, Invalidität und Todesfälle von jungen, gesunden Menschen zu verhindern.

Siehe auch Rundschau vom 22.8.01 und Umfrage auf der Seite des CH Schwingerverbandes.

Zitat aus dem Technischen Regulativ des CH Schwingerverbandes (pdf):

Art. 2d
"Verbot des Dopings
Die Verwendung unerlaubter Substanzen und die Anwendung verbotener Methoden gemäss den Dopinglisten des IOC ist allen Schwingern des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV) untersagt. Der ZV kann Ausführungsbestimmungen in einem Dopingreglement erlassen oder das Doping-Statut des SLS und dessen Ausführungsbestimmungen als anwendbar erklären."

Freitag, August 24, 2007

Ylenia - Hans Von Aesch - Mittäter?

Der Fall des 5 1/2-jährigen Mädchens Ylenia, das am 31. Juli 07 vor dem Hallenbad Appenzell verschleppt wurde, wirft Fragen auf. In hohem Masse als Täter verdächtigt wird Hans Von Aesch, ein in Spanien lebender Schweizer, der sich kurz nach dem Verschwinden des Mädchens in einem Wald bei Oberbüren, SG, mit einer Schusswaffe das Leben genommen hat. Zuvor hat vermutlich er einen 46-jährigen Mann ganz in der Nähe im Wald angeschossen, die Vermutung zirkuliert, er könne diesen als potentiellen Zeugen aus dem Weg haben räumen wollen.

Wieso hört man in den Medien eigentlich so wenig über diesen angeschossenen "Zeugen"? Was hat der im Wald denn getan zu diesem Zeitpunkt? Hiess es da nicht irgendwo anfänglich, er sei im Wald am Schlafen gewesen und dann dort angeschossen worden? Wer legt sich denn einfach so zum Schlafen in den Wald? Das ist mysteriös.

Man erhält den Eindruck, nicht die ganze Geschichte zu kennen und wünschte sich mehr Informationen über diesen angeschossenen Mann. Was für eine Verletzung erhielt er, wie schwer war sie?

Hans Von Aesch könnte ja nicht nur als Täter, sondern auch als Opfer in Frage kommen. Hat er das Kind entführt? Hat er das alleine getan? Gibt es Mitwisser, wer sind diese? Wollten diese Mitwisser Von Aesch loswerden? Gibt es einen organisierten Kinderhandel? Hat Von Aesch wirklich Suizid begangen oder war er selbst Opfer eines Verbrechens?

CH Soldaten: Ausrüstung noch zeitgemäss?

Heute 24.8.07 zeigt die NZZ auf ihrer Frontseite US-amerikanische Soldaten vor der Durchsuchung eines Hauses.

Dabei fällt, wie bei all diesen Bildern, auf, dass die Ausrüstung eines Schweizer Soldaten im Vergleich mit diesen Kämpfern wie aus einer anderen Zeit zu stammen scheint. Die aufgenommenen Soldaten tragen Knieschoner - gibt es das bei uns? - Der Helm wird mit einem Band auch um den Hinterkopf befestigt; auf dem Helm ist eine Schutzbrille zum Einsatz bereit; das Maschinengewehr besitzt eine elektronische Zielvorrichtung, ist whs. auch mit einem Nachtsichtgerät versehen; die Kämpfer haben ein Mikrophon vor dem Mund, und so weiter. Man stellt eine Tendenz in Richtung zunehmende Panzerung bzw. zunehmende Elektronisierung der Hilfsmittel fest.

Wir fragen uns: wenn es, wohl der Kosten wegen, schon nicht möglich ist, die sich seit mehr als 150 Jahren eines ununterbrochenen Friedens erfreuenden Schweizer Soldaten zeitgemäss auszurüsten, gibt es dann wenigstens Konzepte oder Studien, wie eine solche Schweizer Ausrüstung auf modernstem Stand gestaltet sein müsste, damit sich diese bei Bedarf in Kürze nachrüsten liesse?

Als Schweizer Soldat möchte man auf jeden Fall nicht gegen solchermassen ausgerüstete Gegner kämpfen müssen.

Mittwoch, August 22, 2007

Klimawandel: Golfstrom stabiler als gedacht

Experten haben im Dezember 2005 verkündet, Messungen zeigten, dass die nordatlantische Zirkulation sich zwischen 1957 und 2004 um etwa 30 Prozet verlangsamt haben müsse . Die Ergebnisse (pdf) erschienen in der renommierten Zeitschrift Nature und stützten die Bedrohungsszenarien in Sachen Klimawandel. (Siehe auch NZZ vom 4.1.06)

Nun haben z.T. die gleichen Forscher festgestellt, dass sie sich geirrt haben, die NZZ berichtet darüber am 22.8.07. So wurden die entscheidenden Messungen 2004 offensichtlich in den Monaten März bis Mai vorgenommen. Neuere Untersuchungen zeigen aber, dass der Golfstrom im Jahresverlauf starken Schwankungen unterworfen ist und dass die Werte im Frühling typischerweise auf einem Tief sind.

Die beobachteten Schwankungen seien mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht über Jahrzehnte aufgetreten, sondern sie seien ein jahreszeitliches Phänomen. Also nichts da mit Abbrechen des Golfstromes und neuer Eiszeit als Folge des Klimawandels.

Frage: Wenn renommierte Wissenschaftler Aussagen zum Weltklima gemacht haben, die kurz darauf durch so Lappalien in Frage gestellt werden wie, dass man nicht überprüft hat, ob die Daten vom Frühling auch im Herbst noch stimmen, müsste man dann nicht so ziemlich alle Klimaprognosen grundsätzlich skeptisch behandeln? Da fehlt ja offensichtlich ganz grundlegend eine gewisse Sorgfalt bei den banalsten Fragen.

Prognose: wir werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch oft solche Berichtigungen vernehmen müssen. Und wir werden uns ärgern über politische Schüsse aus der Hüfte – mehr Besonnenheit ist hier angesagt.

Dienstag, August 21, 2007

Weihnachtsbeleuchtung Zürcher Bahnhofstrasse


Das Problem sind doch gar nicht diese Leuchtstäbe.

Aber das Licht! Das Licht ist einfach zu kalt, zu wenig warm, zu neon-weiss für die Weihnachtszeit. Jeder sieht das nach 1 Sekunde.

Liesse sich die Farbe wechseln, könnte man die Beleuchtung vielleicht retten...

Roadpricing: nicht für Carpools

Roadpricing, vor wenigen Tagen wurde hier schon kommentiert.

Sollte uns Roadpricing eines Tages leider doch auch in Zürich ereilen, so müsste wenigstens die Beladung der Fahrzeuge berücksichtigt werden. Autos mit mehr als einem Passagier (also z.B. Mütter mit Kindern) sollten kostenlos in die Innenstadt gelassen werden. So würden Vermögende zur Kasse gebeten, wer sich die Steuer hingegen nicht leisten kann, nimmt dafür einen Passagier mit.

Man kennt dieses Prinzip schon erfolgreich an anderen Orten, in den USA beipsielsweise stehen Carpools (Fahrzeuge mit mindestens 2 Insassen) auf vielbefahrenen Autobahnen eigene Fahrspuren zur Verfügung, auf denen sie deutlich schneller vorwärtskommen.

Kontrolle? - Ein System, das die Fahrzeuge identifiziert, kann auch die Insassen zählen, das ist sicher lösbar.

Das wäre ein soziales Element für den ansonsten durchwegs asozialen Strassenzoll.

Montag, August 20, 2007

Kostenbeteiligung jugendlicher Rauschtrinker - Unmöglich

Verena Diener, ehemalige Gesundheitsdirektorin des Kantons Zürich, fordert von jugendlichen Rauschtrinkern eine Kostenbeteiligung bei notfallmässigen Behandlungen (NZZ am Sonntag, 19.8.2007).

Es wäre wünschenswert, dass die Kosten, die durch eine fahrlässige oder sogar mutwillige Schädigung der eigenen Gesundheit dem Gesundheitssystem und letztlich den Prämienzahlern entstehen, durch die Verursacher bezahlt werden müssen.

Allerdings funktioniert unser System der sozialen Krankenversicherung nicht auf diese Art und Weise, und es ist erstaunlich, dass eine Ständeratskanditatin hier nicht mehr Durchblick beweist. Niemand muss in der Schweiz für sein Fehlverhalten selbst bezahlen. Das ist im gleichen Moment der grosse Vorteil aber auch Nachteil unseres Systems. (Fast) Alle Patienten werden gleich behandelt.

Wer eine Kostenbeteiligung propagiert, sollte sich gescheiter einmal informieren, wie viele Diagnosen - von Erwachsenen! - auf Notfallstationen auf übermässigen Alkoholkonsum zurückzuführen sind. Oder auf übermässige Kalorienaufnahme und Bewegungsmangel mit all ihren kurz- und langfristigen Komplikationen (Uebergewicht, Diabetes, Arteriosklerose, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Bypassoperation, etc.). Oder zuviel Sonne. Oder zuwenig Schlaf. Oder riskantes Verhalten beim Grümpelturnier, ja überhaupt die Teilnahme daran. Die Liste liesse sich beliebig verlängern.

Eine mögliche Massnahme wäre: die Krankenkassenprämien mit Verhaltensauflagen verknüpfen. Wer sich erwiesernermassen selbstzerstörerisch verhält, bezahlt einen Prämienaufschlag. Wer nicht raucht z.B., erhält einen Rabatt.

Die Krux liegt beim Wörtchen "erwiesenermassen". Der Nachweis ist schwierig zu führen. Schon die Frage, ob Alkoholabstinenz einen Rabatt nach sich ziehen sollte, wird kaum lösbar sein. Eine geringe Menge Alkohol soll die Lebensdauer verlängern. Müssten Abstinente sogar mehr Prämien bezahlen?

Die Konsequenz des Prinzips wäre: Wer mindestens dreimal eine halbe Stunde pro Woche Sport betreibt, erhält einen Rabatt. Uebergewichtige bezahlen einen Aufpreis. Workaholics bezahlen einen Aufpreis. Singles bezahlen einen Aufpreis (dauerhafte Partnerschaften senken erwiesenermassen verschiedenste Gesundheitsrisiken). Und so weiter, Sie verstehen, die Forderungen der Versicherer werden in diese Richtung gehen.

Prämien würden dann aufgrund eines individuellen Risikoprofils erstellt, wie dies die Lebensversicherer bereits heute tun. Dabei könnte man durchaus unterscheiden zwischen fix gegebenen Risiken (z.B. Gentyp) und beinflussbaren Risiken (Nikotin). Aber wieviel an Ueberwicht z.B. ist genetisch, wieviel durch Verhalten bedingt? Niemand weiss es!

Wünscht Frau Diener einen grundlegenden Umbau unserer Krankenversicherung in Richtung mehr Selbstverantwortung? Wir nehmen das nicht an - obwohl man es sich einmal überlegen müsste...

Roadpricing: London - Stockholm - Zürich

Nun auch in Stockholm: wer mit dem Auto in die Stadt will, muss zahlen. Das nütze der Umwelt, so heisst es. Es sei eindrücklich.

Was niemand sagt: es nützt vor allem den gut Betuchten und macht ihnen die Strassen frei, damit sie auf dem Weg zur Delikatesshandlung oder der Designerboutique nicht im Stau stehen. Schon heute können sie ja parkieren, wo sie wollen - eine Busse a 40, 80 oder 120.-sFr. ist ein Klacks für den, der's hat. Anstelle von Road Pricing lässt sich auch mit zahlreichen anderen Mitteln das Autofahren Schritt für Schritt solange verteuern, bis es sich nur noch die 10'000 Reichsten leisten können. Dann wäre auch die Luft schön sauber.

Akzeptabel wird ein Roadpricing frühestens, wenn die Beträge aufgrund z.B. des steuerbaren Vermögens erhoben würden, notabene: des Vermögens, nicht des Einkommens! Oder, als Annäherung an einen fairen Preis, aufgrund des Eurotax-Wertes des Fahrzeuges. Und Dienstwagen dürfen davon nicht ausgenommen werden, sonst lässt sich jetzt schon absehen, wie staatlich besoldete Arbeitnehmer in Zukunft shoppen gehen.

Die Zahlungskraft der Betroffenen muss in die Höhe der Gebühr mit einfliessen, sonst ist Road Pricing eine schreiende Ungerechtigkeit. Und geben wir uns nicht der Illusion hin, einmal eingeführt, würden die Gebühren nicht nach einiger Zeit sukzessive erhöht werden.

Roadpricing ist ein Schritt in Richtung Zweiklassengesellschaft, ein Schritt Richtung Geldadel.

Apropos Aristokratie: Kein Wunder, dass die Methode ausgerechnet in London und Stockholm erfolgreich sein soll...

Donnerstag, August 16, 2007

CO2 Zertifikate: PlanWirrtschaft

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der planwirtschaftliche Witz der CO2-Zertifikate zu massiven Betrügereien führen wird. Eine detaillierte Begründung folgt hier in wenigen Tagen.

Schüler mit Rückenschmerzen

Immer mehr Schüler leiden an Rückenschmerzen, die NZZ vom 16.8.07 berichtet davon. Nun sollen die Kinder in Zürich die Unterrichtsmaterialien anstatt in Taschen in Trolleys mit sich führen.

Während Jahrzehnten konnten Schüler ihre Bücher und Hefte problemlos in Tornistern auf dem Rücken tragen. Ob nun der Gebrauch von Umhängetaschen mit einseitiger Belastung des Körpers anstatt von die Last symmetrisch auf den Rücken verteilenden Systemen wirklich der entscheidende Grund für die Häufung von Beschwerden ist, oder ob es sich nicht auch um die Auswirkung anderer Ursachen handelt, ist ungeklärt. Diese möglichen Ursachen sollten unserer Ansicht nach identifiziert und angegangen werden.

Welche Rolle spielen z.B. die tägliche Bewegung, der Fernseh- und Spielkonsolenkonsum oder auch die Familienverhältnisse?

Eben erst forderte beispielsweise der rührige Markus Dürr, Gesundheitsdirektor des Kantons Luzern, dass Kinder von ihren Eltern nicht mehr zur Schule gefahren werden sollen, dies als Massnahme gegen die um sich greifende Fettleibigkeit von Schülern. Lesen Sie dazu auch die Empfehlungen der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) von 2006 (pdf).

Dickes Kind und Rückenweh - klingelt's da nicht in unseren Ohren?! Und nun soll diese Bewegungsarmut behandelt werden, in dem man die Kinder mit "Grosis Einkaufswägeli" nochmals körperlich unterfordert. So ein Quatsch!

Ein trainierter Jugendlicher hat doch keine Rückenbeschwerden wegen Taschen, egal ob an den Rücken oder über die Schulter gehängt. Was diese Kinder brauchen ist: Training.

Dienstag, August 14, 2007

Fluglärm - wirklich?

Fluglärmgegner betonen, dass zur Senkung des Fluglärms vor allem auch die Zahl der Flugbewegungen reduziert werden müsse.

Wir erinnern uns. Da gab es doch einmal Flugzeuge wie die Caravelle, oder die DC-8. Waren die nicht beträchtlich lauter und störender als alles, was heute so den Flughafen Zürich Kloten anfliegt?

Es wäre interessant, einmal die Entwicklung des Fluglärms in Flughafennähe in den letzten 40 Jahren anzusehen. Wahrscheinlich haben die Frequenzen zu- dafür aber die Intensität abgenommen. Welcher Effekt ist wichtiger?

Man kann sich gut vorstellen, dass pausenloser Lärm das "Wohlbefinden erheblicher stört" (Wortlaut im USG, Art. 15 .pdf), als Lärm mit Pausen. Allerdings auch, dass durch den technischen Fortschritt Triebwerkslärm vielleicht einmal so weit reduziert werden kann, bis er irgendwann nicht mehr wahrgenommen werden wird.

Offensichtlich ist die Art der Messung bzw. die Definition der Immissionsgrenzwerte durch den Gesetzgeber entscheidend. (Bund, Kanton Zürich; Fluglärmgegner)

Wer will die Unterschiede der Methoden verstehen? Wollen die Fluglärmgegner eine Aenderung der bestehenden Gesetze erreichen, so wäre ein probates Mittel whs. ein Dokumentarfilm im Fernsehen zu bester Stunde.

Freitag, August 10, 2007

BAG: Alkohol und Massnahmen

Das Schweizerische BAG (Bundesamt für Gesundheit) hat kürzlich seine gewagten Ideen zur Bekämpfung des Alkoholmissbrauchs vorgestellt. (Kommentar von Lips)

Es gäbe allerdings durchaus mögliche Massnahmen. Man könnte z.B. dem Bier systematisch Vitamine (B-Komplex) beifügen, wie man das schon seit Jahrzehnten an vielen Orten auf der Welt mit Jod im Speisesalz tut. Man müsste einmal prüfen, ob sich so nicht viele der typischen Mangelerscheinungen (Nervenschäden) von Alkoholikern vermeiden und massiv Gesundheitskosten einsparen liessen.

Dienstag, August 07, 2007

Patientenzufriedenheit in Schweizer Kliniken

Die Zufriedenheit der Patienten mit ihren Kliniken wurde untersucht (Comparis). Das Ergebnis ist nicht besonders verwunderlich, die kleineren Kliniken in der Peripherie scheinen sich mit mehr Engagement um ihre Patienten zu kümmern. Damit wurde zwar die fachliche Qualität der Betreuung nicht beurteilt, aber ist nicht die Zufriedenheit einer der wichtigsten Qualitätsindikatoren!?

Gerade die kleinen Kliniken wurden im Rahmen der kantonalen Planungen in den letzten Jahren reihenweise geschlossen. Es war wahrscheinlich die falsche Politik, aber die entsprechenden Behörden haben sich in diesen Fragen immer als beratungsresistent erwiesen.

Montag, August 06, 2007

Elisabeth Kopp: eine Winterreise

Es hat lange gedauert, bis nun Frau Kopp endlich Gelegenheit erhalten hat (SF 1, 6.8.07, 22.20 Uhr), für eine breite Oeffentlichkeit angemessen ihre Sicht der Ereignisse zu formulieren, die zum Rücktritt der ersten Bundesrätin der Schweiz geführt haben.

Zu lange - eine wunderbare Frau!

Sonntag, August 05, 2007

Jakobsweg: Pilgern als Trend

Ein Deutscher TV-Entertainer, Hape Kerkeling, schreibt über seine Pilgerreise auf dem Jakobsweg. Und auf einmal hört man da von zahlreichen anderen, dass auch sie pilgern waren oder es bald tun werden.

Hört man genauer hin, so stellt man fest: Kaum jemand will wirklich nach Santiago. Kaum einer der Pilger bezeichnet sich als besonders religiös. Es handelt sich um einen Trend, die Zeitgeistjünger springen auf. Und man erzählt, dass man 'pilgern' war. Die Reise muss, wie die neuste Frisur oder das Tattoo, öffentlich gemacht werden, Pilgern als Instrument der Selbstvermarktung.

Wieso muss es nun aber dieser Jakobsweg sein? Man könnte ja auch nach Lissabon wandern. Oder in die Algarve. Oder von Sizilien nach Dänemark. Oder von Canterbury nach Rom, wie das Martin Heule auf der Via Francigena in seiner Reportage in DRS2 zur Abwechslung erfreulicherweise tut.

Der Jakobsweg ist die bekannteste Marke unter den Pilgerwegen. Damit eignet er sich am besten zur Selbstpromotion, man gehört einfach dazu, das zählt schliesslich bei Trends.

Zudem: Die Tradition der Regeln unterworfenen Pilgerreise legitimiert das Wandern als zeitlosen Akt, wer sich mit einreiht, scheint gemeinschaftlichen Zielen verpflichtet, die über die Dauer seines Lebens hinausreichen, erstaunlicherweise auch dann, wenn er mit dem katholischen Heiligenkult nichts am Hut hat. Rituale üben ihre Faszination gerade auch dann aus, wenn sie nicht (mehr) verstanden werden. Sie genügen sich selbst.

Auch ahnt man eine Sehnsucht nach Authentizität, nach unverfälschten Erfahrungen aus erster, analoger und nicht digitaler Hand. Ein Wunsch nach der Erfahrung von Langsamkeit, Einfachheit und Verzicht.

Der Trend ist oberflächlich. Aber die Erfahrung, die die Pilger machen, geht dennoch in die Tiefe. Ist sie gar religiös?

Was belegte den Glauben besser: die dogmatisch korrekte Ueberzeugung oder die Tat? Die Frage bleibt: was wird denn da erfahren, was wird geglaubt?

Samstag, August 04, 2007

Computergames / Videogames - Szenarium eines angekündigten Grauens

Regelmässige Trainingseinheiten im Simulator sind weltweit Standard für Linienpiloten der Airlines. Niemand würde ihren Sinn in Frage stellen, zu offensichtlich ist der Nutzen.

Kinder eignen sich im Spiel erwachsene Verhaltensweisen an - das ist so, seit es Menschen gibt. Kein seriöser Psychologe, der dies bezweifelte.

Verhaltenstherapie ist die messbar erfolgreichste Behandlungsform in der Psychiatrie.

Die Militärs weltweit bemühen sich, das Training ihrer Soldaten mittels möglichst realistischer Szenarien und dem Einsatz von Simulatoren immer näher an die Wirklichkeit der Gefechtssituation heranzuführen. Einmal gedrillt, sind die Soldaten in der Lage zu töten, ohne zu Denken.

Und nun sollen die Schiessereien und Gemetzel und was da sonst noch an übelstem, menschenverachtenden Verhalten täglich 100'000fach vor dem Bildschirm geübt wird, bis die Jungen und Mädchen die entsprechenden Verhaltensweisen sogar im Schlaf beherrschen, nun soll ausgerechnet diese massive Programmierung und Umcodierung menschlichen Verhaltens ohne Folgen bleiben?

Wie man einen solchen Unsinn aufrechterhalten kann, bleibt schleierhaft. Uns graut vor dem Tag, an welchem diese Automatismen ihr natürliches Ventil finden werden. Noch könnte Einhalt geboten werden.

Freitag, August 03, 2007

Mobiltelephon

Wieso gibt es eigentlich keine Mobiltelephone, mit denen man mehrere SIM-Karten, d.h. verschiedene Telephonnummern gleichzeitig benutzen kann? So liessen sich z.B. die berufliche und private Nummer vom gleichen Gerät aus bedienen. Gibt es da keinen Bedarf oder ist das technisch zu aufwendig oder sind es gesetzliche Hürden?

Möglicherweise liegt das Problem bei den Telephongesellschaften. Diese könnten befürchten, dass solche Apparate den Benutzern die situative Wahl des jeweils günstigsten Anbieters für ihre Gespräche ermöglichte...

Siehe dazu auch unter SIM lock...

Donnerstag, August 02, 2007

Berühmte Schriftsteller

Untrügliches Kennzeichen für Erfolg: wenn der Name des Autors auf dem Einband fetter und grösser gedruckt wird als der Titel des Buches.

Mittwoch, August 01, 2007

There is no free lunch

Gute Dinge kosten etwas. Die wertvollsten Dinge kriegt man nur unter Einsatz von allem, das man hat. Für Kinder beispielsweise setzt die Mutter ihr Leben aufs Spiel. Das Risiko ist proportional zum erhofften Gewinn...

Supermarkt: das beste Brot ist immer schon weg...

Ein Phänomen beim täglichen Einkauf: ein, zwei Stunden vor Ladenschluss sind die guten Brote jeweils weg. Im Regal dämmern Experimentalbackwaren vor sich hin. Immer! Jeden Tag! Ausnahmslos!

Wenige Minuten vor Feierabend sind dann auch die verbleibenden Brote, die eigentlich niemand so richtig will, doch noch weg.

Die Vermutung drängt sich auf, dass die Backwarenlogistiker jeweils aufgrund des Bildes bei Ladenschluss entscheiden, was am nächsten Tag wieder in die Regale kommt.

Was für ein ärgerlicher Trugschluss! Eine erste Bestandesaufnahme muss um spätestens 2 Stunden vor Türschluss erfolgen. Dann sieht man, welche Brote die Leute wirklich gerne haben, sie sind dann eben weg - und von diesen gehören am nächsten Tag mehr ins Angebot, nicht von den Ladenhütern, die man später notgedrungen mangels Alternativen kauft.

Ob es nun das Brot, die 'Wäie' oder irgendein anderes Frischbackprodukt ist, die Bilder gleichen sich oft auf erstaunliche Weise.

Ein Managementfehler - leider ohne Folgen für das Management, bloss die Kunden ärgert's.

Dienstag, Juli 31, 2007

Irak - Traditionen

Die Irakische Fussballnationalmannschaft wird im Juli 07 überraschend Sieger der Asienmeisterschaft.
Die NZZ online schreibt dazu am 31.7.07:

"... . Allerdings kamen bei den Feierlichkeiten sieben Menschen ums Leben. Die Opfer seien von Querschlägern getroffen worden, teilte die Polizei mit. Zudem habe es mehr als 50 Verletzte gegeben, weil Anhänger den Sieg trotz Verbot mit den traditionellen Gewehrschüssen gefeiert hatten. ..."

"Traditionelle Gewehrschüsse"? - Vielleicht hat ein Teil der Probleme dieses Landes seine Ursachen nicht bloss in der Amerikanischen Invasion.

Freitag, Juli 27, 2007

Prohibition nach 21 Uhr - Gruss von Al Capone

Das Schweizerische Bundesamt für Gesundheit (BAG) möchte nun zur Eindämmung jugendlicher Trinkexzesse den Verkauf von Alkohol nach 21 Uhr stark einschränken.

Ein Rückgang des Alkoholverbrauches wäre an und für sich zu begrüssen, denn die gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Nachteile des Konsums von Alkoholika übertreffen die Vorteile bei weitem.

Folgende Ueberlegung ist jedoch anzustellen:

1. Auch in Zukunft wird nach 21 Uhr ein Bedarf nach Alkoholika bestehen, vielleicht sogar noch mehr als heute.
2. Wo eine Nachfrage besteht und es das gefragte Produkt auch tatsächlich gibt, ensteht ein Markt.
3. Ist das Angebot knapp, so steigen die Preise.
4. Hohe Preise und ein potentiell (nach 21 Uhr) kriminalisierter Handel eines Produktes mit Suchtpotential - diese Kombination kennen wir doch!
5. Es wäre eine blosse Frage der Zeit, bis das organisierte Verbrechen Interesse an einem solchen Markt gewönne.

Schlussfolgerung: so wünschenswert die Eindämmung des Alkoholmissbrauches ist, so dumm und kontraproduktiv wäre ein solches Verbot.

Donnerstag, Juli 26, 2007

China

China sei die kommende wirtschaftliche Weltmacht. Das nächste Zeitalter werde von den Chinesen dominiert. Prophezeiungen dieser Art sind praktisch täglich zu lesen und zu hören.

Wir bezweifeln das aus folgenden Gründen:

1. China war zahlen- bzw. bevölkerungsmässig schon lange das grösste Reich der Erde - und trotzdem wirtschaftlich gesehen ohne entsprechenden Einfluss.

2. Zu ökonomischem Erfolg gehört eine liberale Gesellschaftsordnung. Diese hat sich in China über die letzten 10-20 Jahre in erstaunlichem Masse entwickelt. Dies ist allerdings eine notwendige aber keine hinreichende Bedingung. Weitere unabdingbare Voraussetzungen für den Erfolg sind z.B. gesicherte Eigentumsrechte. Und dies nicht nur dem Buchstaben des Gesetzes nach, sondern auch als Teil der Mentalität. Eine Volkswirtschaft prosperiert dort, wo sich die Geschäftspartner vertrauen können. Solange jedoch Vertrauen nur da möglich ist, wo enge familiäre Bindungen bestehen, bzw. dieses Vertrauen mühsam im persönlichen Kontakt erworben werden muss, ist das System als Ganzes nie in dem Masse leistungsfähig, wie es die westlichen Volkswirtschaften sind.

Prognose: Der Aufstieg Chinas wird noch ein wenig mehr Zeit in Anspruch nehmen, als gemeinhin erwartet.

Mittwoch, Juli 25, 2007

Südanflug auf den Flughafen Zürich Kloten

Sind Sie schon einmal von Süden her in Zürich gelandet?

Haben Sie's gewusst? Ein Leckerbissen! Kein Anflug nach Zürich ist für den Passagier der Grossraumflugzeuge spektakulärer als der von Süden. Auf dem Heimweg von z.B. New York, nach kurzer Nacht, noch im Mondschein oder auch schon im warmen Licht der Morgendämmerung - "cabin crew, landing in two minutes" - kreuzt die Maschine in einer Linkskurve nach Norden die gleissende Krümmung des Obersees, aus den Fenstern rechts noch der 1000-Dollar-Blick auf die Alpen, auf der linken Seite die atemberaubende Sicht über den Damm, Rapperswil, dann den unteren See und kurz den Lichterkessel der fernen 'Downtown', dann geht es über den Pfannenstiel der "Goldküste" entlang, die Räder werden rumpelnd ausgefahren, nun gilt es, einen Sitz auf der linken Seite zu besetzen, und der Blick fällt der Reihe nach auf die Gemeinden des "Schattenufers", immer dichter besiedelt, bis schliesslich grandios Enge, Quaibrücke mit Bellevue und die Kirchen vor dem Fenster durchflitzen, und im gleichen Herzschlag, man denkt noch, "das ist Zürich!", macht man einen Hupfer über den Berg der Begüterten, weiss Schwamendingen unter dem Triebwerk, und schon quietschen die Bremsen, welcome at Unique Zurich Airport, welcome home.

Welche Begrüssung für Besucher könnte repräsentativer sein als ein Südanflug? Aus touristischer Perspektive sollte Zürich nur noch so angeflogen werden.

Donnerstag, Juli 19, 2007

Sushi

Interessant, wie Sushi-Liebhaber oft nicht nur davon sprechen, dass sie Sushi gerne mögen, sondern insistieren, dass sie geradezu süchtig danach seien. Ausserdem geben auch viele an, dass sie zuerst eine Weile gebraucht hätten, um auf den Geschmack zu kommen.

Eine erstaunliche Parallele zu anderen abhängig machenden Substanzen wie z.B. Alkohol. Welcher Kitzel steckt da wohl in Sushi drin, der solches möglich macht?

Dienstag, Juli 10, 2007

UBS: "Entlassung" von CEO Wuffli

Dass das Verhältnis von VR Präsident Ospel zu CEO Wuffli demjenigen von Chef zu Sekretär entsprach, war von Anfang an eine Blickdiagnose, gestellt nach 2 Sekunden.

Ausserdem stagniert der Kurs der UBS-Aktie da, wo er vor 1 Jahr schon war, der Kurs der Konkurrentin CS ist hingegen deutlich gestiegen.

Kein Wunder, musste er gehen, es war bloss eine Frage der Zeit.

Freitag, Juni 29, 2007

iPhone - Marketing von Apple

Die Bilder der vor den Apple Stores campierenden iPhone Fans, die sich eines der Geräte sichern wollen, gehen Tage vor dem ersten Verkaufstag um die Welt.

Wären wir für's Marketing zuständig, wir würden Vertreter unserer Zielgruppe gegen Bezahlung auf den Trottoirs vor unseren Shops im Dutzend campieren lassen - nicht einmal Paris Hilton garantierte besser für eine lückenlose Berichterstattung.

Wir sagen nicht, dass es so ist, wir sagen bloss, dass wir es so machen würden.

Dienstag, Juni 19, 2007

Klimaveränderung: der Mensch als Ursache?

Bezüglich der weitherum beklagten, scheinbar unausweichlich erfolgenden "menschgemachten" Klimaerwärmung und der damit einhergehenden Schreckensszenarien sollten wir uns ab und zu auch wieder einmal wissenschaftliche Beiträge wie z.B. den folgenden aus dem Jahre 2002 vor Augen halten:

Zitat aus Science 23 August 2002:
Vol. 297. no. 5585, pp. 1287 - 1288
DOI: 10.1126/science.1076120
:

Berger and Loutre argue in their Perspective that with or without human perturbations, the current warm climate may last another 50,000 years. The reason is a minimum in the eccentricity of Earth's orbit around the Sun.

Sie sehen, es fällt kein Wort von CO2! Die unschmeichelhafte Vermutung liegt nahe, dass wir 

a) als Menschen das Klima weit weniger beeinflussen, als uns lieb wäre, und dass wir

b) sowieso keine Ahnung haben, welche Variabeln zu einer weltweiten Erwärmung und welche zu einer Abkühlung führen und was unter dem Strich für ein Effekt dominieren wird.

Die beteiligten Faktoren sind zu zahlreich, zu komplex das System. Schon morgen kann der letzte Schrei von heute kalter Kaffee von gestern sein.

Hüten wir uns vor blindem Aktivismus!

Freitag, Juni 08, 2007

Bülach: Urteil der 1. Instanz im Strafprozess Swissair

Wieso gelingt es vielen Medien nicht, den Unterschied zwischen einem Straf- und einem Zivilprozess zu erklären?

Wieso machen die Medien nicht deutlich, wie eine Prozessentschädigung zustande kommt?

Verwunderlich, wie viele Politiker Kommentare zum Besten geben, als wären sie Schnapsnasen. Was man in der Oeffentlichkeit so im Allgemeinen hört, ist schlicht Ausdruck von Ignoranz.

Strafprozess: Es wird beurteilt, ob die Swissair ABSICHTLICH zerstört wurde. Es wird beurteilt, ob ein VORSATZ vorgelegen hat. Eine Frage, zu deren Beantwortung wenige Minuten ausreichen, für die es keinen Prozess gebraucht hätte. Der Ausgang des Strafprozesses war zu erwarten, abgesehen von Detailfragen, wie z.B. zum Zeitpunkt des Gesuches zur Nachlassstundung.

Es bleibt zu hoffen, dass der Versuch von Frau Fouse, die Pensionskassengelder der Swissairangestellten aus der Konkursmasse zu retten, nicht von der 2. Instanz als strafbare Handlung beurteilt werden wird. Wahrscheinlich kann sich die Staatsanwaltschaft aber eine Berufung nur in diesem Punkt aus Imagegründen nicht leisten...

Zivilprozess: Es wird die Kausalität beurteilt. Ob die Swissair NACHLAESSIG zerstört wurde. Ob mit SORGFALT oder sorglos gehandelt wurde. Eine viel spannendere Frage. Doch auch dort werden Freisprüche das Trauerspiel abschliessen. Die Beteiligten waren sicher sorglos (49%-Beteiligungen...) und nachlässig (Anwesenheiten an den VR-Sitzungen), es ist ja offensichtlich; auch die Oeffentlichkeit war sorglos (wieso ging Jeffrey Katz von Bord und niemand fragte nach?) - aber die Kausalität wird, spätestens nach 9/11, nie beweisbar sein!

Wer sich vom Zivilprozess mehr verspricht, ist naiv. Sollte es dort zu Schuldsprüchen kommen, was ich bezweifle, werden die angeklagten Handlungen vor Erreichen der zweiten Instanz verjähren. Auch der zweite Prozess wird ein Theater bleiben.

Donnerstag, April 19, 2007

Cobra Tram in Zürich

Eigentlich weiss es jeder in Zürich, seit seiner ersten Fahrt mit einer Cobra, dass die Funktionalität dieses wenigstens aesthetisch erfreulichen Trams schöngelobt wurde. Höflich wird bisher jedoch geschwiegen in den Medien, oder ist es auch ein wenig die Scham der geblendeten?

Die grosse Anzahl von einander zugewandten Sitzen ist, zurückhaltend formuliert, eher kein Vergnügen. Erstens hat man keinen Platz für seine Füsse, zweitens stösst man dauernd an fremde Knie und drittens muss man die Besitzer dieser Körperteile auch noch unentwegt anschauen, bzw. ist deren Blicken ausgeliefert. Von den Personen, die nicht gerne rückwärtsfahren, brauchen wir gar nicht zu reden.

Die Sitze sind zu klein, zu schmal, zu tief, zu kurz, bzw. wären gescheiter weniger ergonomisch geformt, dann böten sie unterschiedlich grossen Rücken Komfort. Fast schon grotesk lässt sich das an den beiden erhöhten Sitzbänken im Heck ersitzen.

Bezeichnenderweise sitzen im Gegensatz zum traditionellen Zürcher Tramverhalten die zuerst gekommenen häufig nicht mehr am Fenster, sondern am Gang. Damit ist der Fenstersitz oft nur noch erschwert erreichbar. Zudem hat es neben diesem auch keine Fenstersimse mehr, auf die man seinen Ellenbogen abstützen könnte.

Die Türen sind zu breit für eine, zu schmal für zwei Personen, deshalb versuchen dauernd Leute einzusteigen, wenn noch jemand am Aussteigen ist, mühsam!

Ausserdem ist die Verteilung der Sitze so unsystematisch, dass man nie richtig weiss, wohin denn, ist man einmal eingestiegen. Vor allem ein Problem für die älteren Benutzer, wenn das Tram beschleunigt, sind sie erst recht verloren.

Es wäre interessant, die Meinung der älteren Generation in Erfahrung zu bringen, ob die Neuerungen, die vor allem auch ihnen zugute kommen sollten, tatsächlich den erhofften Gewinn gebracht haben.

Mittwoch, März 14, 2007

Bussen Schikane in Zürich

Es ist schon unglaublich, wie man als Autofahrer in Zürich nach Strich und Faden schikaniert wird. Man kann die Geschichten und Anekdoten gar nicht alle aufzählen.

Ein besonderes Aergernis: die täglich pünktlich ab 8 Uhr morgens wegen Lappalien verteilten Parkbussen in den Quartieren. Sogar die Quartierpolizisten nerven sich darüber.

Sie kommen abends erst um 22 Uhr nach hause, oder vielleicht sogar spät nach Mitternacht, wohlgemerkt, nach der Arbeit, nicht nach einer Party? - Es gibt keinen Parkplatz mehr und sie benützen deshalb einen völlig problemlosen freien "Slot" am Strassenrand. Aber wenn sie nach ultrakurzer Nacht nicht umparkieren zwischen 7 und 8 Uhr morgens, klebt spätestens um 8.30 Uhr eine Busse hinter dem Scheibenwischer.

Sie kriegen Besuch von einer Mutter mit zwei kleinen Kindern, unmöglich für sie, dies mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu tun - zack, nach pünktlichen zweieinhalb Stunden kostet der Parkplatz 40.- sFr., wenn sie Glück hat. Wenn sie Pech hat und 2 Meter daneben parkiert hat, wo aus unerfindlichen Gründen irgendein spezielles Verbot lauert, kann der Preis leicht über 200.- sFr. steigen.

Sie parkieren bei Schnee - wenn sie nicht in Kälte und Dunkelheit am Boden rumschaben, bis sie die Linien sehen um korrekt zu parkieren, dann gibt es spätestens nach 2 Tagen eine Rechnung.

Sie sind eine Woche in den Ferien, haben - meinen sie - korrekt parkiert, nochmals kontrolliert, ob ja kein Rad über den blauen Strich ragt, kommen zurück: zack, drei Bussen gleichzeitig, schon fast für jeden Tag eine, und eine teurer als die andere. Die Postleitzahl auf der Parkkarte stimmt nicht, obwohl die Strasse sich 150 m von ihrer Wohnung entfernt befindet. Der Gipfel ist, dass die, die dort parkieren dürfen, dies jedoch auch bei ihnen vor dem Haus noch tun dürfen. Pech gehabt.

Gelegentlich gibt es diese Bussen sogar in der Nacht von Sonntag auf Montag, um 2 oder 3 Uhr. Das grenzt an Fanatismus. Und es geht nun seit Jahren so, Tendenz zunehmend.

Das Problem ist nicht, dass irgendeine dieser Bussen technisch inkorrekt wäre. Sondern das Problem ist, dass hier unter dem Deckmantel der Anwendung bestehender Gesetze, die eigentlich zu unserem Schutz gedacht wären, ein Missbrauch betrieben wird. Der Missbrauch besteht darin, dass die Stadt sich damit ihre Kassen füllt. Es geht nicht um Sicherheit oder Ordnung sondern ums Geldmachen. Diese Praxis dient nicht mehr dem Schutz der Anwohner, sondern sie bestraft diese täglich dafür, dass sie hier leben. Als Bürger hat man zunehmend den Eindruck: da will uns jemand plagen.

Wo kann man sich beschweren? - Nirgends. Einfach Zahlen und den Mund halten.

Nur die flotten Velos, die einen täglich am Paradeplatz auf dem Trottoir über den Haufen zu fahren versuchen, die kostet's nix.

Sonntag, Februar 25, 2007

Umwelthysterie und Glühbirnen

Unsachliche Informationen zur Klimaentwicklung und deren Ursache - und schon fängt es an, die ersten Leute verlieren ihre Urteilsfähigkeit.

In Australien will offenbar ein Umweltminister den Gebrauch von Glühbirnen verbieten. Und scheint's spricht auch ein hoher deutscher Politiker davon.

So ein Unsinn! Leuchtstofflampen haben ganz andere Eigenschaften als Glühlampen, sie lassen sich z.B. viel schlechter als Spot einsetzen, ihr Licht weist auch andere Eigenschaften auf. Ausserdem enthalten sie Quecksilber und Edelgase, oft fest verbunden mit einem Starter. Was wissen wir schon über die Entsorgungsproblematik, die entsteht, wenn wir auf einmal flächendeckend solche viel komplexeren Leuchtkörper verwenden.

Wie gross ist die Strommenge, die so gespart werden kann? Whs. vernachlässigbar klein, verglichen mit anderen Energieverbrauchern. Müssen wir einmal mehr durchexerzieren, dass Planwirtschaft dem Markt in solchen Dingen prinzipiell unterlegen ist und zu Absurditäten führt?

Freitag, Februar 23, 2007

Iran brüskiert Uno-Sicherheitsrat

Wie hier schon früher festgehalten, steuert der Mittlere Osten unverändert auf eine weitere Konfrontation zu, die für die Welt wahrscheinlich gefährlichste seit der Kubakrise.

Der Iran begeht eine verständliche aber umso gefährlichere Fehleinschätzung. Im Gegensatz zu Nordkorea geht es ihm sicher nicht nur um einen Verhandlungspoker. Die Iraner halten die USA in der verbleibenden Zeit der Regierung Bush, wie auch einer möglicherweise folgenden demokratischen Regierung, irrtümlicherweise für zu schwach, als dass sie etwas gegen die Entwicklung von Atomwaffen im Iran unternehmen könnten.

Die entscheidende Fehlkalkulation liegt in der Unterschätzung des Mobilisationspotentials das aus einer vitalen Bedrohung Israels erfolgen wird. Dies wird, leider ist es absehbar, zu einer lokalen Eskalation führen. Variante a) die Liquidation eines ranghohen Iranischen Politikers. Variante b) die Bombardierung iranischer Ziele durch Israel. Variante c) die Bombardierung iranischer Ziele durch die USA. Diplomatie und Sanktionen sind nur Pausenfüller. Read your Lips!

Mittwoch, Februar 14, 2007

Brüssel und die Steuern in der Schweiz

"Brüssel" ist der bürokratische Wasserkopf der EU, ohne sprudelnde Steuergelder würde er implodieren. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Grossteil der Brüsseler Funktionäre für das freiheitliche Schweizer Modell - tiefe Steuern, kleine Verwaltungen - kein Verständnis hat. Sie würden sich damit selbst die Sauerstoffversorgung zudrehen.

Für einmal geht es um Grundsätzliches. Deshalb ist unser Land zwar mitten in Europa aber nicht EU-Mitglied: in der Schweiz liegt die Souveränität nicht in den Händen der Regierenden und schon gar nicht einer Verwaltung sondern in denen der Bevölkerung!

Montag, Februar 12, 2007

Klimaerwärmung: Szenarien und Fragezeichen

Das Klima der Welt hat sich verändert, die Temperaturen sind gestiegen. Diese Temperaturveränderung sei menschgemacht, inbsesondere durch CO2-Produktion, und ein weiterer Anstieg sei unvermeidlich. Darauf aufbauend präsentieren die Medien - mangels anderer Negativmeldungen - in dichter Folge mögliche Katastrophenszenarien.

Nach der Lektüre des neusten Klimaberichtes des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) (http://www.ipcc.ch/) stellen sich zahlreiche kritische Fragen, hier exemplarisch drei davon:

- Wir wissen alle, dass die Zuverlässigkeit lokaler Wetterprognosen im Durchschnitt nach 5 Tagen massiv nachlässt. Wieso soll das bei Prognosen zum Weltklima anders sein? Natürlich ist diese Frage zu simpel gestellt. Schliesslich lässt sich ja auch voraussagen, dass in einem Jahr wieder Winter sein wird, es gibt also offensichtlich die Möglichkeit längerfristiger Prognosen. Der grundsätzliche Einwand jedoch bleibt: handelt es sich beim Klima nicht um ein System, das aufgrund seiner Komplexität auch heute noch Vorhersagen nur mit starkem Vorbehalt zulässt?

- Es wird ein Anstieg des Meeresspiegels zwischen 13-58 cm prognostiziert. Waren die Weltmeere schon einmal um diesen Betrag höher? Berücksichtigen die Modelle folgende Fragen: Könnte der Druck der Wassermengen, um den die Landflächen in Zukunft weniger und der Meeresboden mehr belastet werden, könnte dieser Druck den Meeresboden an Stellen einbrechen oder absinken lassen, bzw. das dann leichtere Land höher schwimmen lassen, so dass per Saldo der Meeresspiegel nicht ansteigen, sondern gleich hoch bleiben oder sogar absinken würde? Würden solche Gewichtsverschiebungen zu mehr Erdbeben oder sogar beschleunigten Verschiebungen der Kontinentalplatten führen? Die Kontinente bzw. die Erdkruste 'schwimmen' ja ihrerseits auf dem Erdkern. Wurden solche Ueberlegungen angestellt? Wenn ja, wieso hören wir nichts davon? Wenn nein, wie können wir denn die präsentierten Modelle ernst nehmen?

- Berücksichtigen die Modelle, dass steigende Temperaturen whs. zu einer höheren Luftfeuchtigkeit bzw. dichteren Wolkendecke führen werden, welche die Strahlung der Sonne und damit weitere Erderwärmung vielleicht massiv abschwächen werden? Welcher Effekt wird stärker sein? Gemäss unserer Lektüre des IPCC Berichtes sind über den Einfluss der Aerosole jedoch wenig wissenschaftliche Erkenntnisse bekannt.

Hört man Wissenschaftlern zu, so äussern diese vereinzelt schon Ueberlegungen wie, man könnte oder sollte das Klima durch planetare Massnahmen künstlich beeinflussen – Vor solch massloser Hysterie und Selbstüberschätzung graut uns. Es war noch nie gut, wenn Fachidioten das Steuer übernommen haben. Wir bitten um ein wenig mehr Besonnenheit!

Freitag, Januar 19, 2007

Die neue Eile der Regierung Bush

Es fällt auf, wie sich die Amerikanische Regierung auf einmal um eine Lösung der Palästinafrage bemüht! Welches sind die Gründe dazu?

Erstens: Letztmals schien dies am Ende der Amtszeit Präsident Clintons möglich zu werden. Nun nähert sich das Ende der Amtszeit Präsident Bushs. Dieser hat mit den letzten Kongresswahlen einen Teil seiner Macht eingebüsst. Er kann seine Vorstellungen, wie der Irak zu befrieden sei, nicht mehr realisieren und wird bald dazu gezwungen sein, einen Fahrplan für den Abzug eines Grossteils der amerikanischen Truppen festzulegen. Geschieht das noch während seiner Amtszeit, worauf die Demokraten drängen werden, so wird er in der Geschichte als Verlierer in Erinnerung bleiben. Die beste Möglichkeit, doch noch zu einer erfolgreichen aussenpolitischen Bilanz zu kommen, wäre eine Lösung der Palästinafrage.

Zweitens: es droht eine Auseinandersetzung mit dem Iran, der nach dem Zerfall des Iraks übriggebliebenen lokalen Ordnungsmacht. Deren Atomprogramm bedroht die Existenz Israels. Ein militärisches Vorgehen ist riskant und wäre eher möglich, wenn von der ganzen Region unterstützt. Diese Unterstützung gibt es nur, wenn der ungelöste israelisch-palästinensische Konflikt und damit das Alibi für den arabischen Entwicklungsrückstand wegfällt und man sich unter Muslimen der lebensbejahenden Kapitel des Korans besinnt. Das Damoklesschwert der Bombe wird Israel zu grosszügigen Konzessionen bewegen. Ein gelöster Konflikt in Palästina wird den Iran einer wichtigen Legitimation für seine Aufrüstung berauben. Allerdings ist nach wie vor zu befürchten, dass das worst-case Szenario einer unverändert anhaltenden iranischen Rhetorik der Vernichtung ein lokaler Atomkrieg mit Zerstörung iranischer Regionen, längerfristig aber auch von Israel ist, und was dann geschieht, weiss niemand.

Samstag, Juli 15, 2006

Gaza - Libanon - Iran

Israel führt Krieg, halbherzig gegen die Hamas, die Regierungspartei in Gaza und richtig gegen den im Süden Libanons sitzenden Hizbollah, der mit seiner Regierung Katz und Maus spielt.

Es wäre zu hoffen, dass der Iran gut zuschaut, die richtigen Schlüsse zieht und seine israelfeindliche Rhetorik grundsätzlich anpasst.

Da dies jedoch in Anbetracht der Politik der letzten 50 Jahre der Staaten im Nahen Osten kaum von alleine der Fall sein wird, ist mit einem militärischen Vorgehen Israels auch gegen den Iran zu rechnen. Wie hier schon früher ausgeführt, ist dies eine blosse Frage der Zeit. Es fehlt nur noch der passende Anlass, wenn er nicht schon da ist.

Den Europäern bleibt zu raten, sich möglichst rasch mit den USA, Russland und China auf ein gemeinsames Vorgehen zu einigen, sonst werden wir bald Benzinpreise erleben, die alles bisherige in den Schatten stellen.

Israel ist momentan wahrscheinlich beratungsresistent. Dort scheinen die Militärs seit einiger Zeit das Steuer wieder übernommen zu haben. Die USA werden den Druck auf Syrien massiv erhöhen. Aegypten, Saudi-Arabien und Libyen werden dabei sekundieren.

Möglicherweise ist das ganze jetzt schon ein Stellvertreterkrieg zwischen Israel und Iran.

Mittwoch, Juli 12, 2006

Freiheit

Fussball-WM Final 2006: Zinedine Zidane, ein Spieler Frankreichs, rammt im Affekt kurz vor Spielende vor dem fassungslosen Publikum seinen Schädel in die Brust von Materazzi, einem Italiener.

Im Stadion befinden sich Bill Clinton und zahlreiche höchste Vertreter europäischer Regierungen. Milliarden schauen am TV zu.

Viele fragen sich nun, was der eine wohl da dem anderen gesagt hat, dass dieser so die Fassung verliert und von Zizou zu Z wird, Z wie Zorro, der Rächer.

Faszinierend, dass es offensichtlich auch unter den Augen der ganzen Welt und der westlichen Geheimdienste möglich ist, ein vertrauliches Gespräch unter vier Augen zu führen.

Ist nun ZZ hilfloser Exekutor einer primitiven Regung, gefangen in überholten Vorstellungen von Ehre und Rache - oder sind wir Zeugen eines symbolischen Momentes geworden?

Niemand da, der die beiden hindern könnte: ein privates Gespräch, ein autonomer Entscheid - Freiheit! (mit allen Konsequenzen)

Freitag, Mai 12, 2006

Al Baradei - IAEA - Iran

Der Leiter der IAEA, der International Atomic Energy Agency, gibt sich am 12.5.06 optimistisch hinsichtlich der weiteren Entwicklung im Iran.

Es ist unglaublich, wie sich gewisse Leute einseifen lassen. In viel dickeren Lettern kann man "naiv" nicht mehr auf eine Stirne schreiben.

Dienstag, Mai 09, 2006

Atommacht Iran

Der Iran spielt nach 'bewährter' nahöstlicher Art und Weise auf der Klaviatur der internationalen Wahrnehmung Katz und Maus. Dabei sind zwei Dinge klar: 1. Iran strebt den Status einer Atommacht an und hat nicht das geringste Interesse an einem Kompromiss in dieser Frage. Was da in regelmässigen Abständen an angekündigten Konzessionen und Briefen und Beinahverhandlungserfolgen durch die Medien geistert, ist ein Witz. 2. Israel wird das nie tolerieren, weil es sonst bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit zum letzten Holocaust (Brandopfer) kommt.

Was heisst das für die weitere Entwicklung?

Solange der jetzige Präsident an der Macht ist, nützt Diplomatie ohne militärische Gewalt: Nichts. Wer etwas anderes glaubt, hat in den letzten 20 Jahren nicht richtig hingeschaut im Nahen Osten. Auch Sanktionen, die früher oder später wohl zu erwarten sind, bringen ohne militärische Gewalt: Nichts. Leider!

Es bieten sich drei Optionen aus dem Vokabular der Gewalt an: 1. Ein westlicher Geheimdienst liquidiert Ahmadinejad. 2. Amerikanische Bombardierungen von Zielen im Iran. 3. Eine - aufgrund der Geographie des Landes zwar schwierige aber doch mögliche (siehe Afghanistan) - Invasion.

Sie denken, das sind Hirngespinste?! Wir sagen: Optionen 1 oder 2 sind bloss eine Frage der Zeit. Die USA werden doch nicht den Irak wegen vermeintlicher Massenvernichtungswaffen angreifen und dann solche im Iran zulassen, ihrem Erzfeind, der Israel explizit in Frage stellt.

Donnerstag, Mai 04, 2006

Religion Fussball

Champions League, Meisterschaft, EM, WM. Ihnen gemeinsam ist: ihre Funktion als Reinkarnationsmodell.

Die Nähe zu (christlichen) religiösen Symbolen ist frappant: es geht um das Gute und Böse (Heimteam vs. Gegner), hohe und höchste Feiertage (Final), regelmässige Versammlungen der Gemeinde (Masse im Stadion), Anbetung (Welle), Liturgie (Aufmarsch der Spieler), Jünger (Fans), ein öffentliches Bekenntnis (Tragen von Clubfarben), sakrale Musik (Hymnen), Speisungswunder (Bier, Bratwurst), um Opfer (Gesundheit), Schuld und Strafe (Foul, Rote Karte), Priester und Schriftgelehrte (Spieler, Trainer), ein unfehlbares Gericht (Schiedsrichter), einen Kelch (Pokal), etc.

Alt-Bundesrat Adolf Ogi meint folgerichtig: Sport stiftet gegenseitiges Verständnis und trägt zum Frieden der Völker bei. Eine Aufgabe wahrer Religion.

Im Gegensatz zur biblischen Sicht der Dinge beginnt die Champions League jede Saison neu: das ist Reinkarnation. 'Eine hab' ich noch', eine nächste Chance. Wer im letzten Leben unten war, kommt jetzt vielleicht ganz nach oben.

Gibt es auch für das Konzept der Gnade eine Entsprechung im Fussball? Z.B. den Ball ins Aus Spielen wenn ein Gegner am Boden liegt? Matthäus 5,44: "Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen." - Wir warten gespannt auf die WM.

Montag, Mai 01, 2006

Politik: Links oder Rechts?

Die entscheidende politische Richtungsfrage ist nicht links oder rechts, konservativ oder progressiv.

Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Frage: Entscheiden wir uns im Zweifelsfall zugunsten des Kollektivs oder des Individuums? Was zählt mehr, das Recht des Einzelnen oder das der Gruppe?!

Dieser Gegensatz lässt die unterschiedlichen Positionen von Politikern verschiedener Parteien viel besser vorhersagen als das Links-Rechts-Schema.